zur Navigation zum Inhalt
 

Reduzierung der

HINTERGRUND: Im Jahr 2005 veröffentlichte der European Resuscitation Council die neuen Richtlinien für "Advanced Life Support". Eines der Ziele ist die Reduzierung der so genannten "No-Flow-Zeit", definiert als die Zeit, in der während des Herz-Kreislauf-Stillstandes keine Herzdruckmassage stattfindet. Wir überprüften in einer Studie am Reanimationsphantom während eines simulierten Herz-Kreislaufstillstandes, ob der Gebrauch des Larynxtubus als supraglottische Sicherung des Atemweges im Vergleich zum Endotrachealtubus die "No Flow Zeit" in der ersten Phase der Reanimation verringern kann. METHODEN: In die prospektive Untersuchung wurden 50 Teilnehmer eines standardisierten eintägigen Reanimationskurses eingeschlossen. Die Teilnehmer haben alle die obligatorische notfallmedizinische Ausbildung, praktizieren allerdings die endotracheale Intubation nicht regelmäßig. Die Teilnehmer der Untersuchung galten entsprechend den aktuellen Leitlinien des European Resuscitation Council als unerfahren in der endotrachealen Intubation zur Atemwegsicherung. Wir definierten zwei Untersuchungsgruppen (LT-Gruppe: Nutzung des Larynxtubus zur Sicherung der Atemwege während des Szenarios; ET-Gruppe: Nutzung des Endotrachealtubus und der Beutel-Masken-Ventilation zur Sicherung der Atemwege und zur Beatmung des Phantoms). Alle Teilnehmer wurden randomisiert zunächst einer der beiden Gruppen zugeordnet und absolvierten danach das jeweils andere Szenario. Studienendpunkte waren die gesamte "No Flow Zeit" sowie die Einhaltung der Leitlinien des European Resuscitation Council aus dem Jahr 2005. ERGEBNISSE: Die Anwendung des Larynxtubus reduzierte, verglichen mit dem Endotrachealtubus, im dargestellten Szenario signifikant die "No Flow Zeit" (109,3 vs. 190,4 Sekunden; p < 0,01). Der Gebrauch des Larynxtubus führte signifikant schneller zu einer Sicherung der Atemwege als der Endotrachealtubus (13 s vs. 52 s; p < 0,01). Der Larynxtubus konnte von 98% der Teilnehmer im ersten Versuch erfolgreich platziert werden; bei Nutzung des Endotrachealtubus waren 72% im ersten Versuch erfolgreich. SCHLUSSFOLGERUNG: In unserem Reanimationsszenario am Simulator konnte durch den Gebrauch des Larynxtubus die "No Flow Zeit" im Vergleich zum Endotrachealtubus in der ersten Phase der Reanimation signifikant verringert werden. Im Sinne der Leitlinien des European Resuscitation Council sind wir überzeugt, dass Notfallmediziner, die in der Anwendung des Endotrachealtubus nicht sicher sind, in Reanimationssituationen primär supraglottische Hilfen zur Sicherung der Atemwege (in der vorliegenden Studie der Larynxtubus) verwenden sollten.

Christoph H. R. Wiese, Utz Bartels, Anna Bergmann, Ingo Bergmann, Jan Bahr, Bernhard M. Graf, Wiener klinische Wochenschrift

Volltext dieses Beitrags / entire article auf SpringerLink

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben