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Pulmologie 30. Oktober 2007

Asthmasymptome verringert

Eine gezielte Behandlung mit dem Medikament Pitrakinra zur Hemmung der Interleukine 4 und 13 in der Lunge könnte Asthmasymptome wesentlich abschwächen (Lancet 2007; 370: 1422). Es wurde bereits länger vermutet, dass Zytokine wie Interleukin-4 oder Interleukin-13 bei Asthma eine wichtige Rolle spielen, wobei bestätigende Hinweise bislang jedoch ausblieben. Dr. Malinda Longphre und Kollegen von der Aerovance Incorporation in Berkeley, Kalifornien, starteten zwei getrennte klinische Phase-II-Studien, in welchen Asthmapatienten mit Pitrakinra behandelt wurden. In der ersten Studie erhielten zwölf Patienten einmal täglich 25 mg Pitrakinra als subkutane Injektion, zwölf weitere Patienten ein Placebo. In der zweiten Studie erhielten 16 Patienten zweimal täglich je 60mg Pitrakinra per Zerstäuber, 16 weitere Patienten ein Placebo. Die Patienten jeder Studie inhalierten vor und vier Wochen nach der Behandlung im Rahmen eines Provokationstests Allergene.
Primärer Endpunkt der ersten Studie war der maximale prozentuale Rückgang der Ein-Sekunden-Aus­atem-Kapazität (forced expiratory volume FEV1) binnen vier bis zehn Stunden nach Allergenprovoka­tion, in der zweiten Studie der durchschnittliche prozentuale Rückgang der FEV1 binnen vier bis zehn Stunden nach Provokationstest. Geringere Rückgänge der FEV1 während des Asthmaanfalls in der Pitrakinra-Gruppe gegenüber der Placebo-Gruppe deuten auf eine durch Pitrakinra gemilderte allergische Reaktion hin.
Die Forscher stellten fest, dass in der ersten Studie der maximale prozentuale Rückgang der FEV1 in der Pitrakinra-Gruppe 17,1 Prozent betrug, in der Placebo-Gruppe 23,1 Prozent – was einer relativen Differenz von 26 Prozent entspricht. In der zweiten Studie betrug der durchschnittliche prozentuale Rückgang der FEV1 4,4 Prozent in der Pitrakinra-Gruppe, verglichen mit 15,9 Prozent in der Placebo-Gruppe – mehr als das Dreieinhalbfache weniger in der Pitrakinra-Gruppe.
Die Autoren folgern: „Die Effekte des Medikaments Pitrakinra auf die allergische asthmatische Spätreaktion erscheinen im Vergleich zu ähnlichen Studien mit anderen erfolgreichen antiinflammatorischen Asthmatherapien vielversprechend. Ob der Effekt auf der alleinigen Hemmung des Interleukin-13 beruht oder auf der Hemmung beider Interleukine 13 und 4, ist bislang nicht bekannt.
Zukünftige Studien mit diesem Medikament wie auch mit spezifisch Interleukin-13 hemmenden Molekülen bei Asthmapatienten aller Schweregrade über längere Zeiträume sind offensichtlich berechtigt."

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