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Freies Atmen ist ein Genuss – aber bei Schnupfen blockiert.
 
Pulmologie 14. Dezember 2015

Luft holen

Bei Erkältungen: Unterstützung durch Atemtechniken

Wer nicht richtig atmen kann, etwa bei einem Schnupfen, ist in Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden eingeschränkt. Atemwegstechniken können dabei helfen, besser Luft zu bekommen und sich daher besser zu fühlen.

Acht bis 18 Mal pro Minute holen wir Luft, meist automatisch, ohne darüber nachzudenken. Erst, wenn die Atmung stark behindert ist, wird das wahrgenommen. Bei der Einatmung durch die Nase wird die Atemluft klimatisiert: „Sie wird auf etwa 34 Grad Celsius erwärmt, gereinigt und auf circa 90 Prozent Luftfeuchtigkeit angefeuchtet. In der Nase werden optimale Voraussetzungen geschaffen, um die Luft reizfrei durch die Atemwege bis in die Lungenbläschen zu leiten“, erklärt Anja Kornblum-Hautkappe, Physiotherapeutin mit Schwerpunkt Atemtherapie.

Ist die Nasenschleimhaut infolge eines Infektes geschwollen, behindert das die Nasenatmung immens. Doch es gibt, neben der Einnahme von Arzneimitteln oder dem Anwenden von Nasenspülungen auch Übungen, die helfen können. „Bei der ,Nickübung‘ werden nach der Ausatmung Mund und Nase per Hand verschlossen und der Kopf vier- bis sechsmal weit in den Nacken gelegt und auf die Brust gesenkt. Anschließend kann ohne tiefe Atemzüge weiter geatmet werden und bei Bedarf die Übung wiederholt werden“ so Kornblum-Hautkappe.

„Hochziehen“ ist durchaus eine schonende Nasenreinigung

Was in anderen Kulturkreisen völlig normal ist, gilt bei uns als Faupaux: das Hochziehen und Ausspucken von Schleim. Die Atemwege jedoch schont es, stellt Kornblum-Hautkappe fest: „Das heftige Schnäuzen von Nasensekret kann im ungünstigen Fall Krankheitserreger in Richtung Mittelohr und Nasennebenhöhlen pressen. Sanftes, behutsames Schnäuzen in kleinen Etappen mit abwechselnd zugehaltenem Nasenloch begünstigt eine schonende Nasenreinigung. Nachhaltiger ist das ,Hochziehen‘ von Nasensekret mit der Vorstellung, Sekret aus der hinteren Nasenregion bei zugleich offenem Mund in den Rachen zu ziehen. In der asiatischen Kultur ist diese Technik gang und gäbe.“ Das Ausspucken wird aber mittlerweile selbst in Asien nicht zuletzt aufgrund der Keimquelle kritisch gesehen.

Springer Medizin

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