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Pulmologie 20. November 2015

Husten befreit die Atemwege

Möglichkeiten, den Reinigungsmechanismus bei erhöhter Schleimproduktion in den Bronchien zu unterstützen

Einen verschleimten Husten bekommt man nicht über Nacht. Der produktive Husten ist meist Folgeerscheinung eines viralen Infekts oder – seltener – Zeichen eines bakteriellen, entzündlichen Geschehens in den Bronchien.

Über 200 verschiedene Viren aus unterschiedlichen Familien, z. B. Picorna-, Corona- oder Paramyxoviridae, können durch Eindringen in die Schleimhaut der Atemwege eine Irritation provozieren. Nach dem im ersten Stadium der Erkältung typischen Reizhusten erhöht sich im Laufe der nächsten zwei bis drei Tage die Schleimproduktion in den Bronchien rasant. Die natürliche Reaktion darauf ist Räuspern und Husten, um überschüssiges Sekret und Virenmaterial abzutransportieren.

Langwierig. Allerdings wird der Bronchialschleim zugleich zäher. Die Flimmerhärchen der Atemwege (Zilien), die beim Gesunden das Sekret mit einer Frequenz von circa 1000 Schlägen pro Minute rachenwärts transportieren, werden dadurch ausgebremst. Daher bleibt auch nach Abklingen einer Erkältung der verschleimte Husten oft noch zwei bis drei Wochen. Häufige Rezidive können aus der akuten zudem eine chronische Bronchitis werden lassen.

Auch andere chronische Atemwegserkrankungen wie COPD und Asthma führen aufgrund der ständigen Entzündungsbereitschaft der Bronchien zu einer dauerhaft gesteigerten Schleimproduktion. Merkmal hierfür ist die glasklare, zähe Beschaffenheit des Sputums. Über vier Wochen andauernde Beschwerden und Symptome wie eine erschwerte Atmung, Fieber oder blutiger Auswurf geben Anlass für einen Arztbesuch. Diagnostische Mittel sind dort vor allem die körperliche, evtl. auch röntgenologische Untersuchung des Thorax und die Bestimmung der Entzündungsparameter aus dem Blut.

Verschleimte Bronchien befreien sich durch das Abhusten des Sekrets – Husten ist ein lebenswichtiger Schutzreflex, um frei atmen zu können. Um festsitzenden Schleim gut abhusten zu können, ist es in erster Linie wichtig, ihn zu lockern bzw. zu verflüssigen. Eine Auswahl an bewährten chemischen (ACC, Ambroxol, Bromhexin, Guaifenesin) und pflanzlichen Schleimlösern (z. B. Extrakte aus Efeu, Pelargonie, Primel, Thymian) stehen hier zur Verfügung. Auf physikalischem Wege durch Stimulation des Speichelflusses wirken Lutschtabletten oder Bonbons mit Eibisch- oder Salbeiextrakten. In der homöopathischen Therapie finden Einzelmittel wie Drosera, Spongia, Phosphorus oder entsprechende Komplexmittel Anwendung.

Ergänzungen der Therapie

Einige praktische Tipps können dem Kunden mitgegeben werden: „Es ist wichtig, viel zu trinken. Flüssigkeit, egal welche, verdünnt den Schleim in den Bronchien. Besonders gut wirken spezielle Husten- und Bronchialtees. Sie enthalten pflanzliche Wirkstoffe, die den Schleimtransport nach außen noch zusätzlich unterstützen“. Gut geeignet zur Anfeuchtung der Atemwege und zur Schleimlockerung in den Bronchien sind zudem Kochsalzinhalationen mittels Ultraschall-Kaltverneblern. Hier werden, anders als bei Warminhalationen, Tröpfchen in einer Größe unter fünf μm erzeugt, die tief in die Bronchiolen gelangen.

Springer Medizin/red

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