zur Navigation zum Inhalt
 
Pulmologie 14. September 2015

Schwitzen statt sitzen

Aerobes Training lohnt sich für Patienten mit Asthma.

Weniger Hyperreagibilität, schwächere Entzündung, mehr Lebensqualität: Patienten mit Asthma sollten ein aerobes Training in den Therapieplan integrieren.

Aerobes Training kann die bronchiale Hyperreagibilität bessern, den Spiegel von Entzündungsmarkern im Blut senken und Lebensqualität sowie Exazerbationen von Patienten mit moderatem bis schwerem Asthma günstig beeinflussen. In einer kontrollierten randomisierten Studie hat das Team um Andrezza França-Pinto vom Department of Clinical Immunology and Allergy der Universität Sao Paulo, Brasilien, nun den Effekt aeroben Trainings auf die bronchiale Hyperreagibilität von Patienten mit moderatem bis schwerem Asthma sowie deren Neigung zu entzündlichen Prozessen untersucht.

Drei Monate trainiert

Hierzu wiesen sie 58 Probanden entweder der Übungs- oder der Kontrollgruppe zu. Probanden beider Gruppen erhielten eine Schulung und führten zweimal wöchentlich Atemübungen im Rahmen eines Yogaprogramms durch. Probanden der Übungsgruppe absolvierten zusätzlich zweimal wöchentlich ein aerobes Training à 35 Minuten.

Zu Beginn der Beobachtungszeit sowie nach drei Monaten wurden bronchiale Überempfindlichkeit mit einem Histamin-Provokationstest, klinische Symptomatik, Lebensqualität, Serumzytokine, Sputum sowie das fraktionierte exhalierte Stickstoffmonoxid (FeNO-Wert) überprüft. Am Studienende konnten die Daten von 43 Patienten ausgewertet werden.

In der Therapiegruppe war nach zwölf Wochen Training im Provokationstest rund die doppelte Dosis nötig, um einen Abfall der Einsekundenkapazität (FEV1) um mindestens zwanzig Prozent zu bewirken. In der Kontrollgruppe blieb die Schwelle für die bronchiale Hyperreagibilität dagegen konstant. Zudem fielen die Serumwerte für Interleukin-6 (IL-6) und das MCP-1 (Monocyte chemoattractant protein 1) im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant ab, die Lebensqualität besserte sich und die Zahl der Exazerbationen nahm ab.

Auf IL-5, IL-8, IL-10 und IgE-Werte sowie die Sputumzellen, FeNO oder die Asthmakontrolle (ACQ-7) hatte das aerobe Training innerhalb der Gesamtgruppe keine signifikanten Auswirkungen.

Die Befunde innerhalb der Trainingsgruppe sprechen aber dafür, dass durch die Intervention vor allem bei Patienten mit hohem Entzündungsgrad die Zahl der eosinophilen Granulozyten im Sputum sowie der FeNO-Wert sinken.

Bewegung ist vorteilhaft

Außerdem besserte sich die klinische Symptomatik bei Patienten mit besonders schlechter Asthmakontrolle. Insgesamt zeigen die Resultate, dass die körperliche Anstrengung bei verschiedenen Asthmaphänotypen die Hyperreagibilität reduzieren und antiinflammatorisch wirken kann.

Die Forscher gehen aufgrund ihrer Ergebnisse davon aus, dass ein die Pharmakotherapie ergänzendes Bewegungsprogramm einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Asthmatikern leisten kann.

Originalpublikation:

Andrezza França-Pinto et al.; Aerobic training decreases bronchial hyperresponsiveness and systemic inflammation in patients with moderate or severe asthma: a randomised controlled trial Thorax 2015;70:732-739

Published Online First 10 Juni 2015

DOI 10.1136/thoraxjnl-2014-206070

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben