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Pulmologie 10. November 2014

Auf morgendliche Symptome achten

COPD-Therapie an die Tagesrhythmik anpassen.

Treten Beschwerden verstärkt in der Nacht und am Morgen auf, hat die zweimal tägliche Gabe eines LAMA Vorteile.

Rund 40 Prozent der COPD-Patienten haben ausgeprägte morgendliche Symptome. Diese Patienten haben häufiger Exazerbationen, die Symptome verstärkten sich schneller, es wird häufiger ein Notfallspray benutzt und die Lebensqualität leidet ( Respir Res. 2013; 14(1): 112 ). „Denn wie der Tag beginnt, hat einen großen Einfluss auf die Lebensqualität“, erinnert Dr. Jutta Beier vom Institut für Atemwegsforschung in Wiesbaden. Ihr Tipp: Immer nach der tageszeitlichen Rhythmik der Symptome fragen.

Therapeutisch sei bei Patienten mit Morgensymptomen die zweimal tägliche Inhalation eines lang wirksamen muscarinischen Acetylcholin-Rezeptorantagonist (LAMA) vorteilhaft. So habe der Blind-Vergleich von Aclidinium (morgens und abends) mit Tiotropium (morgens) und Placebo zwar eine signifikante Überlegenheit beider Substanzen bei der FEV1 gegenüber Placebo ergeben. Bei den frühmorgendlichen Symptomen war Aclidinium aber im Vorteil: Bei den jeweils gemessenen Einzelparametern Auswurf, Kurzatmigkeit, Keuchen und Husten, sei nur Aclidinium gegenüber Placebo signifikant überlegen gewesen ( COPD 2013; 10(4): 511–22 ).

Generell müsse ein Bronchodilatator folgendes können: Er müsse physiologische Effekte besitzen, also den Atemfluss verbessern und die Überblähung verringern. Zweitens müsse er positiv auf die Symptomenlast wirken, also die Dyspnoe mindern sowie Lebensqualität und Belastbarkeit der Patienten verbessern. Und er sollte Exazerbationen vorbeugen.

Beier zitierte Daten der ATTAIN-Studie, in der Aclidinium mit Placebo verglichen wurde ( Eur Respir J 2012; 40 (4): 830–6 ). Die Einsekundenkapazität vor der Inhalation des Präparates (trough FEV1) sei über die gesamte Behandlungsdauer von sechs Monaten immer im Plus gewesen (Verum vs. Placebo). Dabei habe das Plus immer über den als klinisch relevant geltenden 100 ml gelegen.

Auch die Dyspnoe sei klinisch relevant gemindert worden, also um mindestens eine Einheit im Transition Dyspnoe-Index (TDI). Gleiches gelte auch für die Lebensqualität, so Beier.

Quelle: Medienseminar „COPD-Therapie heute – noch viel Luft nach oben?“, Veranstalter: Berlin-Chemie

Michael Hubert, Ärzte Woche 46/2014

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