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Pulmologie 30. Juni 2014

Husten und Atemnot: Ist es Asthma oder ist es COPD?

Die frühe Differenzialdiagnose ist entscheidend für die Prognose.

Bei Lungenpatienten mit Husten und Atemnot muss der Arzt entscheiden: Liegt COPD oder Asthma vor? Nur wenige Patienten haben beide Krankheiten. Die Therapien unterscheiden sich deutlich. Die frühzeitige Behandlung bestimmt aber die Prognose der COPD-Patienten.

Für Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) ist es essenziell, dass die Krankheit früh diagnostiziert und behandelt wird, betont der Pneumologe Prof. Dr. Roland Buhl von der Universitätsklinik Mainz. Das ist häufig nicht der Fall: Jeder fünfte über 70-Jährige ist betroffen, weniger als jeder zweite Patient wird erkannt und behandelt.

Laut Buhl genügen drei Fragen für die Verdachtsdiagnose COPD:

• Ist der Patient über 40?

• Ist er Raucher oder Ex-Raucher?

• Bestehen Atemnot oder Husten?

Werden diese Fragen bejaht, liegt mit über 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine COPD vor. Zur Bestätigung der Diagnose ist eine Spirometrie erforderlich, bestätigte Buhl bei einer Veranstaltung im Rahmen der International Conference der American Thoracic Society. Im Zweifel sollte der Patient, wenigstens zu Beginn einmalig sowie im späteren Verlauf bei Problemen, bei einem Lungenfacharzt vorgestellt werden.

Asthma-Patienten sind eher jünger, der Husten ist trocken

Wichtigste Differenzialdiagnose bei COPD ist das Asthma bronchiale, insbesondere im Hinblick auf die unterschiedliche Therapie.

Asthmatiker sind eher jünger. Sie klagen oft über trockenen, anfallsartigen Husten und Dyspnoe. Die Symptome sind im Zeitverlauf oft variabel bis episodisch, die Obstruktion ist nach Bronchodilatation voll reversibel. In der Regel liegt eine Atopie und eine Hyperreagibilität vor. Asthmatiker müssen frühzeitig mit inhalativen Steroiden (ICS) behandelt werden.

COPD-Patienten dagegen sind meist über 40-jährige Raucher oder Exraucher, im Vordergrund stehen Husten, häufig mit Auswurf, und Atemnot, besonders bei Belastung. Die Symptomatik besteht andauernd über die Zeit, die Obstruktion ist nach Bronchodilatation nicht voll reversibel. Das Röntgenbild ist COPD-typisch. COPD-Patienten müssen frühzeitig mit langwirksamen Bronchodilatatoren behandelt werden. ICS sind erst indiziert, wenn die Erkrankung häufig exazerbiert.

Nur bei etwa 10 bis maximal 20 Prozent der Patienten liegt ein sogenanntes Overlap-Syndrom mit beiden Diagnosen vor, so Buhl.

Frühe Diagnose bei COPD wichtig

Bei COPD-Patienten ist die Frühdiagnose und Frühtherapie deshalb so wichtig, weil der chronisch fortschreitende Lungenfunktionsverlust in den ersten Jahren am stärksten ausgeprägt ist, so Buhl. Therapieziele sind Rauchstopp, Reduktion der Atemnot, Steigerung der körperlichen Belastbarkeit und Aktivität, Besserung des allgemeinen Gesundheitszustandes und die Prävention von Exazerbationen.

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