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Die Birken bleiben stehen – Pech für Allergiker.
 
Pulmologie 2. September 2013

Richter mit einem Herz für Birken

Ein deutsches Gericht sieht eine Gemeinde nicht in der Pflicht, für Allergiker Bäume zu fällen.

Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichtes Neustadt in Deutschland muss eine Gemeinde keine radikalen Wege gehen, um Blütenstaub-Allergikern das Leben zu erleichtern.

Im konkreten Fall reagierte ein Anwohner-Ehepaar einer mit Birken gesäumten Allee auf deren Pollen allergisch. Das Grundstück sei in der kritischen Zeit kaum noch zu nutzen, hieß es in einer Klage vor Gericht, in der gefordert wurde, die 30 Birken in der Straße zu fällen. Das erspare vielen Menschen die Behandlung mit Medikamenten und Kortisonspritzen.

Die Gemeinde lehnte jedoch ab und ersetzte lediglich kranke Bäume durch andere Sorten. Ein kompletter Austausch käme nicht infrage.

Birken für das Gemeinwohl

Das zuständige Verwaltungsgericht hielt die geforderte drastische Maßnahme ebenfalls für übertrieben. Zwar müsse sich ein Anwohner nicht alles bieten lassen, was von außen auf sein Grundstück einwirke. Aber bei diesen Birken sei von einem „vernünftigen Gemeinwohlgedanken“ auszugehen.

Die individuelle gesundheitliche Disposition eines Einzelnen könne nicht zählen, sondern nur die Bedürfnisse eines durchschnittlich empfindlichen Menschen. Wäre man der Argumentation der Kläger nachgekommen, so das Gericht, dann müssten wohl viele Straßenbäume gefällt werden, denn Allergiker würden überall wohnen.

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