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Pulmologie 18. Juni 2013

Schwimmen wird gut vertragen

Entgegen den Befürchtungen mancher Eltern profitieren Kinder mit Asthma von Sport. Das gilt einem aktuellen Cochrane-Review zufolge auch für ein Schwimmtraining.

Asthmakinder, die Sport treiben, haben weniger Episoden mit pfeifender Atmung, müssen seltener ins Krankenhaus und fehlen nicht so oft in der Schule, das ist durch mehrere Studien belegt. Was aber ist die ideale Sportart für Asthmatiker? Für den Schwimmsport spricht, dass die Luft über dem Becken angewärmt, feucht und kaum mit Pollen belastet ist. Der Druck des Wassers auf den Brustkorb erleichtert außerdem die Ausatmung. Andererseits können Chlorbeiprodukte im Pool möglicherweise ein Asthma verschlimmern. Mitarbeiter der Cochrane Collaboration haben deswegen die Datenlage zum Schwimmtraining für Kinder und Jugendliche mit Asthma gesichtet.

Sie fanden acht randomisierte Studien mit insgesamt 262 Teilnehmern zwischen fünf und 18 Jahren, die alle ein gut kontrolliertes Asthma hatten. In den Schwimmgruppen wurde über eine Zeit von sechs bis zwölf Wochen mehrmals wöchentlich trainiert. Die Vergleichspatienten erhielten in sieben Studien die übliche Versorgung ohne spezielles Sportangebot, nur in einer Studie gab es eine aktive Vergleichsgruppe mit Golfunterricht.

Auf die Asthmakontrolle, die in vier Studien erfasst wurde, hatte das Schwimmen keinen signifikanten Einfluss. Für die Lebensqualität war es ebenfalls unerheblich, ob die Patienten schwammen oder Golf spielten. Die Exazerbationsrate, in nur einer Studie dokumentiert, war niedrig; mit 7,1 pro 1.000 Trainingseinheiten lag sie aber etwas höher als beim Golfen mit 2,4 pro 1.000.

Im Vergleich zur Standardversorgung erhöhte das Schwimmtraining die Belastbarkeit der jungen Asthmapatienten, gemessen als Anstieg des maximalen Sauerstoffverbrauchs unter Spitzenbelastung. Die Lungenfunktion in Ruhe wurde in einigen Parametern ebenfalls leicht verbessert. 


Das Fazit der Studienautoren fällt aufgrund der kargen Studienlage zurückhaltend aus: „Der Review deutet darauf hin, dass ein Schwimmtraining von Kindern und Jugendlichen mit stabilem Asthma gut vertragen wird und die Lungenfunktion und insbesondere die kardiopulmonale Fitness verbessert.“ Indizien für unerwünschte Effekte des Schwimmunterrichtes gebe es nicht. Ob junge Asthmapatienten vom Schwimmen aber sogar stärker als von anderen Sportarten profitieren, lässt sich den Daten nicht entnehmen.

Keinen Kaltstart hinlegen

Prinzipiell sind bei Asthma alle Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren oder Inline-Skating geeignet. Die Patienten sollten sich vor dem Sport aufwärmen und am Ende die Belastung langsam reduzieren. Wichtig ist, dass während der Belastung die anaerobe Schwelle nicht überschritten wird. Und regelmäßige sportliche Aktivität ist besser als gelegentliches exzessives Training.

Beggs S et al.: Cochrane Database of Systematic Reviews 2013; 4: Art. No.: CD009607; doi: 10.1002/14651858.CD009607.pub2

springermedizin.de, Ärzte Woche 25/2013

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