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(c) ÖGP

Dr. Sylvia Hartl, Präsidentin der ÖGP
 
ERS 2012 18. Oktober 2012

ERS-Highlights

Für COPD werden neue ultralangwirksame Substanzen auf den Markt kommen. Der Wirkmechanismus ist nicht neu, aber die Form der Darreichung erweitert das Spektrum der inhalativen Therapie. Die langwirksamen Präparate mit zweimal täglicher Einnahme werden den Markt ergänzen. Im Bereich der Betamimetika wird es die schon bekannten ultralangwirksamen Präparate, die bereits im internationalen Markt eingeführt, aber in Österreich nicht erhältlich sind, demnächst auch als Kombinationspräparat mit ultralangwirksamen Anticholinergika geben.

Umdenken bei IPF

Sehr wesentlich ist die Erkenntnis, dass die immunsuppressive Behandlung bei der idiopathischen Lungenfibrose (IPF) mit allen bisherigen Kombinationen keinen durchschlagenden Erfolg gebracht hat. Viele Patienten haben dadurch sogar einen Nachteil. Daher wird diese seit Jahrzehnten angewendete Therapie heute nicht mehr als indiziert angesehen, wenn der Verlauf unter Therapie schlecht ist. Ein neues Medikament, Pirfenidon, wurde als Option für diese schweren IPF-Fälle vorgestellt. Allerdings muss vor enthusiastischer Hoffnung gewarnt werden, da die Therapieeffekte nicht überwältigend groß sind und Ergebnisse großer Untersuchungen noch erwartet werden.

Alltagsbewältigung statt Spitzenleistung

In der Rehab für chronische Krankheiten sehen die neuen Richtlinien der ERS/ATS eine andere Vorgangsweise vor als in der wiederherstellenden Rehab. Die Spitzenleistung der Muskulatur mit Konzentration auf maximale Leistungsfähigkeit hat bei invalidisierenden Erkrankungen keinen besonderen Stellenwert mehr. Es gilt, Alltagsleistungsfähigkeit und -bewältigung zu fördern. Dazu gehören eine andere Evaluierung und Dokumentation: Physical Activity wird am besten durch Aktometer gemessen, die die Bewegungsmuster der Patienten studieren. Die Therapieprogramme sind mit anderen Leistungszielen als in der Sportmedizin ausgestattet, die Umsetzung wird durch alltagsnahe Bewegungsmuster in der Transferierung in das tägliche Leben gefördert.

Sylvia Hartl, Ärzte Woche 42/2012

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