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Kletterpflanzen filtern große Mengen an Schadstoffen aus der Luft.
 
Pulmologie 8. September 2012

Grüne Wände gegen Luftverschmutzung

Stärker als bislang angenommen, nämlich um mehr als ein Drittel statt um ein bis zwei Prozent, könnte eine stärkere Begrünung entlang innerstädtischer Straßen die Luftverschmutzung reduzieren.

Bäume, Büsche oder Kletterpflanzen können in den Häuserschluchten aus Glas und Beton für bessere Luft sorgen.

Die Pflanzen filtern Stickstoffdioxid und Feinstaub aus der Luft. Beides stellt in den Städten sowohl der Industrienationen als auch der Schwellenländer ein großes Gesundheitsproblem dar: Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sterben pro Jahr weltweit mehr als eine Million Menschen an den Folgen verschmutzter Luft.

In den Schluchten aus Straßen und Häusern kann die belastete Luft kaum entweichen. In einer Studie wurde nun festgestellt, dass mit Gras, Efeu oder anderen Pflanzen begrünte Wände die Luft deutlich besser filtern als bislang angenommen: Statt um bis zu zwei Prozent könnten sie laut dieser Studie die Stickstoffkonzentration um 40 Prozent und Staubpartikel um 60 Prozent reduzieren (Pugh AM et al.: Environ Sci Technol 2012).

Begrünte Wände sind die besten

In einer Computersimulation, welche die eingeschlossene Luft und chemische Reaktionen abbildet, die die Konzentration von Schadstoffen in der Luft beeinflussen, wurden die Auswirkungen von Pflanzen, die direkt in den Straßen wachsen, mit denen von Pflanzen in Parks oder auf Dächern verglichen.

Klarer Gewinner waren die begrünten Wände. Bäume an der Straßenseite schnitten ebenfalls gut ab, allerdings nur in weniger belasteten Straßen, in denen die Baumkronen die verschmutzte Luft nicht am Boden hielten. Um den Pflanzenanteil in Innenstädten zu erhöhen, schlagen die Wissenschaftler nun unter anderem eine Art „begrünte Plakatwand“ vor.

Einfacher Weg

Wesentlicher Vorteil solcher Ideen ist auch, dass sie sich Stück für Stück, Straße für Straße umsetzen lassen. „Groß angelegte Initiativen zur Bekämpfung der Luftverschmutzung - wie Abwrackprämien für alte Autos, Katalysatoren oder die Einführung einer City-Maut - allein reichen nicht aus“, sagt Prof. Rob MacKenzie von der School of Geography, Earth and Environmental Sciences an der Universität Birmingham. „Begrünte Wände können hier zusätzlich helfen: Sie sind in der Lage, die Luft zu säubern, die in die Stadt einströmt und dort stehen bleibt. Strategisch platziert sind sie ein vergleichsweise einfacher Weg, Probleme lokal in den Griff zu bekommen.“

Das setze jedoch voraus, dass die Pflanzen unter den schwierigen Bedingungen in Städten nicht absterben, betont Dr. Thomas Pugh vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT): „Wir müssen noch sorgfältiger darauf achten, wie und wo wir solche Begrünungen anlegen, damit sie weder starkem Luftzug noch großer Hitze oder Vandalismus ausgesetzt sind.“

Anpassung ist das Ziel

Das KIT-Zentrum Klima und Umwelt entwickelt Strategien und Technologien zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen: Dafür erarbeiten 660 Mitarbeiter aus 32 Instituten Grundlagen- und Anwendungswissen zum Klima-und Umweltwandel.

Es geht dabei nicht nur um die Beseitigung der Ursachen von Umweltproblemen, sondern zunehmend um die Anpassung an veränderte Verhältnisse.

 

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