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Foto: Privat
Doz. Dr. Felix Wantke Wilhelminenspital Wien
 
Pulmologie 26. Mai 2009

Richtige Anwendung ist nicht selbstverständlich

Trotz technischer Verbesserungen bei der Asthma-Therapie sollte die korrekte Anleitung nicht vergessen werden.

Immer leistungsfähigere inhalative Therapieoptionen haben nicht nur für Betroffene mehr Komfort gebracht: Die Verlockung, mit einer großzügig dosierten Kombitherapie alle Symptome „niederzusprühen“, sollte nicht zur Über-Therapie führen. So viel wie nötig – so wenig wie möglich, so lautet die Vorgabe der spezifischen Guidelines. Darüber hinaus sollte der Patient mit seinem „Pumperl“ nicht allein gelassen werden.

 

Richtige Inhalationstechnik kann über den Therapieerfolg entscheiden. Im Experteninterview der Ärzte Woche spricht Doz. Dr. Felix Wantke, Pneumologe am Wilhelminenspital Wien, über essenzielle Begleitfaktoren im Asthma-Management.

Kommt die inhalative Therapie auch dort an, wo sie wirken soll? Welchen Einfluss hat die Partikelgröße auf den Behandlungserfolg?

Wantke: Damit inhalative Medikamente die Lunge erreichen, müssen mehrere Faktoren zusammenspielen. Erstens muss das Inhalationsgerät zum Patienten passen. Das bedeutet, er muss den erforderlichen inspiratorischen Atemfluss aufbringen können. Was für viele kein Problem ist, kann bei sehr gebrechlichen oder akut stark beeinträchtigten Personen schwierig werden. Zumeist ist der notwendige Atemfluss bei Dosieraerosolen, besonders wenn eine Vorschaltkammer (Spacer) genützt wird, geringer als bei Trockeninhalationen. Die Partikelgröße ist ein Aspekt, dem zunehmend Beachtung geschenkt wird. Wir wissen heute, dass Partikel kleiner als fünf Mikrometer Durchmesser sein sollten, um die Lungen gut erreichen zu können. Trotz vieler technischer Verbesserungen sollte nicht vergessen werden, Anleitung zur korrekten Inhalationstechnik zu geben. Es kann nicht vorausgesetzt werden, dass der Patient die Anwendung von alleine richtig beherrscht.

Ebenso praktische wie höchst wirksame Kombinationspräparate kommen vermehrt bei Asthma bronchiale zur Anwendung. Brauchen Patienten überhaupt noch Monosubstanzen?

Wantke: Die Kombination von Einzelpräparaten ermöglicht eine exakte Anpassung an die Bedürfnisse des Patienten. Es ist einfach, ein Kombipräparat zu verschreiben. Man wird damit selten ganz daneben liegen, doch die Gefahr einer Über-Therapie erscheint mir höher als bei Einzelwirkstoffen. Abgesehen davon besteht auch seitens der Guidelines eine klare Indikation: Kombipräparate mit langwirksamen Beta-Agonisten sollten schweren Formen der Erkrankung mit schlechter Symptomkontrolle vorbehalten bleiben. Bei leichtgradigem Asthma ohne nächtliche Symptome sind die langwirksamen Komponenten ebenso nicht indiziert.

 

Das Gespräch führte Dr. Alexander Lindemeier

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