zur Navigation zum Inhalt
Foto: photos.com
 
Pulmologie 10. April 2012

Nicht bekömmlich

Salami und Schinken bringen COPD-Patienten ins Krankenhaus.

Für COPD-Patienten gibt es keine besonderen Ernährungsempfehlungen – außer dass sie ihre Kalorienaufnahme erhöhen sollen. Die Kalorien sollten sie sich jedoch besser nicht in Form von geräucherten Fleischprodukten zuführen, wie spanische Forscher herausgefunden haben.

Die von ihnen beobachteten COPD-Patienten landeten nämlich häufiger mit einer Exazerbation im Krankenhaus, wenn sie überdurchschnittlich viel Chorizo und Serranoschinken verspeist hatten. Die 274 Patienten, zu 93 Prozent Männer mit einem Altersmittel von 68 Jahren, hatten mehrheitlich an einer mittelschweren bis schweren COPD gelitten. Ihre kulinarischen Gewohnheiten waren bei ihrem erstem COPD-bedingten Krankenhausaufenthalt mit einem detaillierten Fragebogen erfasst worden.

Während der folgenden 2,5 Jahre wurden 35 Prozent der Männer mindestens ein weiteres Mal im Krankenhaus vorstellig, fünf Prozent starben. Die Patienten, deren Konsum an geräucherten Fleischwaren über dem medianen Verbrauch von knapp 23 Gramm pro Tag lag, wurden doppelt so häufig eingewiesen wie die Patienten mit einem geringeren Konsum. Die Rückkehr ins Krankenhaus war umso wahrscheinlicher, je mehr Wurst und Schinken der Speiseplan enthielt.

Lungenschäden durch Nitrite?

Der Zusammenhang zwischen geräuchertem/gepökeltem Fleisch und COPD ist nicht neu: In früheren Studien wurde bereits gezeigt, dass diese Produkte das Risiko für die Entwicklung einer COPD erhöhen. Der aktuellen Studie zufolge fördern sie auch die Krankheitsprogression. Dafür gibt es biologisch plausible Erklärungen: Die bei der Fleischverarbeitung zugesetzten Nitrite können reaktive Stickstoffspezies bilden, die das Lungenparenchym angreifen. Für diese Theorie spricht auch, dass in der aktuellen Studie die Schadwirkung von Pökel-/Räucherfleisch abgeschwächt war, wenn die Patienten mit (antientzündlich wirkenden) Kortikosteroiden behandelt wurden. Möglicherweise begünstigt aber auch der hohe Salzgehalt der Fleischwaren die Entstehung von Exazerbationen.

 

Literatur: De Battle J et al. Eur Resp J 2012; online first March 7, 2012

Springermedizin.de/BS
, Ärzte Woche 15 /2012

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben