zur Navigation zum Inhalt
Foto: photos.com
In der Atemluft Erkrankter lassen sich spezifische Stoffe nachweisen.
 
OEGP 2011 20. Oktober 2011

Am Horizont: Diagnosen aus der Atemluft

Erste Ansätze für die nichtinvasive Nutzung der Ergebnisse aus Atemgasanalysen gibt es bereits.

Vorerst wird man Lungenkrebs leider noch nicht „riechen“ können. Trotzdem ist die Atemgasanalytik ein interessantes junges Forschungsgebiet, erklärte beim Jahreskongress der ÖGP in Wien Prof. Dr. Anton Amann.

 

„Eine der Nutzungsmöglichkeit der Atemgasanalytik besteht bei der Therapiekontrolle durch die Messung von Stickstoffmonoxid, NO“, sagte Prof. Dr. Anton Amann vom Institut für Abgasanalytik der Österreichischen Akadamie der Wissenschaften in Dornbirn und der MedUni Innsbruck. „Mehr NO in den Luftwegen bedeutet mehr Entzündung der Bronchien. Gerade beim Asthma kommt es ja darauf an, mit einer entsprechenden medikamentösen Behandlung die dabei auftretende chronische Entzündung in den Atemwegen ausreichend zu dämpfen, um akute Probleme und Langzeitschäden zu verhindern.“

Verschiedene und zum Teil erst in den vergangenen Jahren verfügbar gewordene Verfahren wie etwa Protonen-Transfer-Reaktions Massen-, Selected Ion Flow Tube-Massenspektrometrie, Gaschromatographie mit massenspektrometrischer Detektion, Ionenmobilitätsspektrometrie, Infrarot- und Laserspektrometrie sowie Sensoren und Sensor-Batterien erlauben eine vielfältige Analyse des Atemgases. Außerdem kann in der Atemluft auch die Metabolisierung von dem Untersuchten vorher verabreichten Substanzen gemessen werden.

Ohne Zweifel stellt die Frühdiagnostik von Lungenkarzinomen seit langem eines der größten Probleme der Medizin dar. Die Frage ist, ob man eine solche Krankheit mit High-Tech-Verfahren „erriechen“ könnte, etwa hinsichtlich des im Atemgas auftretenden Profils von flüchtigen organischen Substanzen. Potenzielle in ihrer Konzentration in Lungenkarzinompatienten erhöhte Substanzen sind etwa 2-Butanon, 2,3-Butandion oder 3-Hydroxy-2-Butanon. Isopren, so ein Pilotversuch, zeigt im Ausatemgas von Lungenkarzinompatienten eine niedrigere Konzentration als in gesunden Probanden. 

 

Quelle: Aussendung der ÖGP.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben