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Pulmologie 18. Oktober 2011

In nebeligen Tallagen

Je näher COPD-Patienten am Fluss leben, desto größer sind ihre Lungenprobleme.

Eine neue Studie zeigt, dass das Leben in Flusstälern in niederen Höhenlagen das Risiko für Lungenprobleme steigert. Dieses Forschungsergebnis wurde beim Jahreskongress der Europäischen Respiratorischen Gesellschaft (ERS) am 24. September 2011 in Amsterdam präsentiert.

Forscher aus England wollten herausfinden, welchen Einfluss Wetter-, Luftverschmutzung und Geografie auf die Entstehung von Symptomen bei Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) haben. Sie haben damit erstmals eine Evidenz gefunden, dass es einen Zusammenhang zwischen verstärkten Atmungssymptomen und tieferen Lagen in Flusstälern gibt.

Flusstäler sind typischerweise eher feuchte Regionen, in denen es zu Inversionswetterlagen kommt mit kühler Luft in den Niederungen und warmen Luftschichten darüber. Typisch für die Inversion ist die Entstehung von Nebel.

Die Studie verglich das Ausmaß der täglichen respiratorischen Symptome über einen Zeitraum von einem Jahr bei 52 Personen mit der Höhenlage und der Nähe der Wohnumgebung zum Fluss sowie mit den Wetter- und Luftverschmutzungsvariablen. Die Variablen waren Feuchtigkeit, Temperatur und Taupunkt. Diese Daten wurden mit dem Vorkommen von Exazerbationen und den üblicherweise vorkommenden Symptomen bei allen Teilnehmern verglichen.

Das Ergebnis: Es besthen etliche Zusammenhänge zwischen den Wettererscheinungen in Flusstälern und der Exazerbation von COPD-Symptomen. Jene Patienten waren häufiger von COPD-Exazerbationen betroffen, die eher in den Niederungen wohnten. Die Symptome verstärkten sich außerdem bei hoher Luftfeuchtigkeit und bei einem niedrigen Taupunkt.

Das Fazit der Studienautoren ist, dass sich Lungenprobleme allein durch das spezielle Klima in Flusstälern verstärken können. Winzige Wassertröpfchen in der Luft halten Partikel und Schadstoffe fest. Prof. Dr. Richard Lewis, einer der Hauptautoren der Studie vom Worcestershire Acute Hospitals NHS Trust, sagte: „Unsere Studie ist die erste, die den Einfluss des Lebensbereiches in einem Flusstal bezüglich der Symptome bei COPD-Patienten untersuchte. Diese spezielle Kombination aus Wetter und Klima, toxischen Partikeln und Kontaminationen, die normalerweise klein genug sind, um ein- und auch wieder ausgeatmet zu werden, werden in den Tropfen gebunden und bleiben nach dem Einatmen in der Lunge. Sie verursachen dort die Exazerbation der Symptome.“

Quelle: Abstract 170: Die persönliche und soziale Last von COPD – Einfluss des individuellen Lebensstils.

ERS-Pressemeldung/IS
, Ärzte Woche 42 /2011

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