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Wer weiter kommt, lebt länger.
 
Pulmologie 25. Mai 2011

Gehtest ermöglicht Einschätzung der COPD

Distanz unter 357 Meter in sechs Minuten kündigt Spitalsaufenthalt an.

Die beste Vorhersage, wie schwer Patienten an der chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) erkrankt sind, ist ihre Gehgeschwindigkeit. Der „Sechs-Minuten-Gehtest“ verrät mehr über den Stand der als „Raucherlunge“ bekannten Erkrankung als der Einsekundenkapazität (FEV1), behaupten nun niederländische Forscher.

 

Auf der Jahrestagung der US-Lungenmediziner in Denver berichteten sie von Grenzwerten, die bei sechs Minuten schnellem Gehen hohe Aussagekraft besitzen. Die Studienautoren testeten COPD-Patienten mit unterschiedlichem Erkrankungsgrad in einem Zeitraum von drei Jahren jährlich mit dem Sechs-Minuten-Gehtest. Die Aufgabe lautete dabei, in sechs Minuten auf einem Rundkurs eine möglichst weite Strecke zurückzulegen, wobei jeder das Tempo oder Pausen selbst vorgab. Um zu messen, wie der Körper Sport und Körperbewegung toleriert, wurden dabei Werte wie Sauerstoffsättigung, Puls, Blutdruck oder Blutgas überprüft.

Von den 2.100 beobachteten Patienten starben im Verlauf der drei Jahre 200, und 650 mussten aufgrund von Verschlimmerungen der Krankheit mindestens einmal ins Spital eingewiesen werden.

Halbe Distanz, höheres Sterberisiko

Wer als COPD-Patient nur 357 Meter in sechs Minuten schafft, hat laut den Forschern ein erhöhtes Risiko zu einer Spitalseinweisung, wer nur 334 Meter oder weniger zustande bringt, ein höheres Sterberisiko. Zum Vergleich: Gesunde kommen je nach Training, Gewicht, Alter und Geschlecht in dieser Zeit auf 700 bis 800 Meter, gut trainierte auf einen Kilometer und darüber.

 

„Reduced 6MWD Is Associated With Increased Mortality And Exacerbation-Related Hospitalization In COPD: The Eclipse Study” (ATS 2011; Abstract 17736)

 

www.thoracic.org

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