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Foto: PhotoDisc
COPD-Patienten profitieren vom systematischen Trainingsprogramm.
 
Pulmologie 26. April 2011

Körperliche Aktivität günstig bei COPD

Auswirkungen von Sport bei Lungenerkrankungen: diagnostische und therapeutische Aspekte.

Patienten, die an einer Obstruktion der Atemwege leiden, bleibt oft schon bei geringer körperlicher Betätigung die Luft weg. Eine systematisch durchgeführte Bewegungstherapie bringt auch COPD-Leidenden mit Atemnot Erleichterung.

 

Patienten mit Lungenerkrankungen geben häufig eine eingeschränkte Belastbarkeit mit frühzeitigem Auftreten von Atemnot unter Belastung an. Die daraus resultierende körperliche Schonung führt zu einer systemischen Dekonditionierung des Herz-Kreislaufsystems und der Muskulatur. Dieser Mechanismus führt zu einer weiteren Verschlechterung der Leistungstoleranz und damit zu einer zunehmenden Einschränkung der Lebensqualität mit konsekutiver sozialer Isolation und Depression.

Im Gegensatz zu früheren Meinungen sollen jedoch Patienten mit Lungenerkrankung von sportlichen Aktivitäten nicht Abstand nehmen. Im Gegenteil, speziell Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen, insbesondere Patienten mit COPD, profitieren von einer systematisch durchgeführten Bewegungstherapie. Die Quantifizierung der Leistungsfähigkeit vor einem entsprechenden Training kann mittels einfach durchgeführter Belastungstests, wie des 6-Minuten-Gehtests, erfolgen oder im Einzelfall die Beurteilung ventilatorischer und kardiovaskulärer Parameter mittels einer Spiroergometrie notwendig machen. Die vorzugsweise im Rahmen einer fachkundigen Rehabilitation erlernten Trainingskonzepte ermöglichen, die notwendigen Bewegungsabläufe im Alltag zu ökonomisieren sowie Kraft- und Ausdauertraining in die tägliche Praxis einfließen zu lassen.

Präventive Wirkung

Umgekehrt mehrt sich die Evidenz, dass Sport präventive Effekte auf die Entstehung von Lungenkrankheiten aufweist. Vielmehr noch ist die sportliche Aktivität als adjuvante Therapie einer erfolgreichen Raucherentwöhnung anzusehen.

Auch bei Patienten mit Asthmaerkrankung führt sportliche Aktivität zu immunmodulatorischen Effekten, die zu einer Stabilisierung der Atemwegserkrankung beitragen und die Progression der Erkrankung verhindern bzw. abschwächen können. Auch bei einer chronische Lungenerkrankungen häufig begleitenden Dysthymie zeigt Sport positive Auswirkungen, und die Anleitung zu sportlichen Aktivitäten sollte daher in einem ganzheitlichen Behandlungskonzept Anwendung finden.

 

Doz. Dr. Arschang Valipour

Oberarzt an der 1. Internen Lungenabteilung, Otto Wagner Spital Wien.

Von Doz. Dr. Arschang Valipour, Ärzte Woche 17 /2011

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