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Wird die Luft knapp, ist eine atemerleichternde Stellung hilfreich.

 
Pulmologie 26. April 2011

Erfolgreicher Verzicht auf Zigaretten & Co

Die Rauchentwöhnung kann auch bei COPD-Patienten gelingen.

Sich das Rauchen abzugewöhnen, fällt vielen Patienten mit COPD besonders schwer. Diese Maßnahme steht jedoch an erster Stelle jeder Behandlung. Für Ärzte stellt sich die Frage, wie sie ihren COPD-Patienten, die oft eine langjährige „Raucherkarriere“ hinter sich haben, die Entwöhnung erleichtern können. Eine aktuelle Studie bringt ermutigende Ergebnisse.

Der Einsatz partieller Nikotinrezeptor-Antagonisten ist eine der wirkungsvollsten Strategien für die Tabakentwöhnung. Jetzt liefert eine neue Studie Wirksamkeitsdaten zum Einsatz von Vareniclin speziell bei COPD-Patienten.

Unter Vareniclin werden dreimal mehr Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenkrankheit über ein Jahr abstinent als mit Placebo. Wichtig ist gerade bei COPD-Kranken auch die psychologische Begleittherapie.

An der Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift Chest (2011; 139: 591) veröffentlicht wurde, nahmen insgesamt 499 an COPD erkrankte Patienten teil, die eine forcierte Einsekundenkapazität (FEV1) von über 50 Prozent hatten. Die Betreffenden rauchten im Mittel 24 Zigaretten am Tag, und das seit im Mittel 41 Jahren. Die Studienteilnehmer wurden wie üblich psychosozial betreut und zusätzlich auch zwölf Wochen lang mit Vareniclin behandelt.

„Die Studie zeigt, dass wir bei COPD-Patienten mit der medikamentösen Rauchentwöhnung ähnlich erfolgreich sind wie bei gesunden Rauchern“, betonte Prof. Stefan Andreas von der Lungenfachklinik Immenhausen bei Kassel, Deutschland. Nach Ablauf eines Jahres waren 26 Prozent der Probanden im Vareniclin-Arm der Studie abstinent. Im Placebo-Arm hatten sich 14 Prozent das Rauchen abgewöhnt.

Auch wenn das strengere Kriterium angelegt wurde, nämlich die per Kohlenmonoxid-Analyse in der Atemluft überprüfte, kontinuierliche Abstinenz über 52 Wochen (primärer Endpunkt), war Vareniclin Placebo hoch signifikant überlegen.Rund 19 Prozent der Patienten ließen das ganze Jahr hindurch die Finger von den Zigaretten. In der Kontrollgruppe waren es nur knapp sechs Prozent.

„Ganz wichtig ist gerade bei COPD-Patienten die psychosoziale Begleittherapie“, betonte Andreas beim Kongress der DGP in Dresden Anfang April. Denn COPD-Patienten wiesen im Mittel eine stärkere Abhängigkeit auf als nicht an COPD erkrankte Raucher.

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