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Pulmologie 27. Oktober 2010

Je neuer das Flugzeug, desto dünner die Luft

Der Luftdruck wird nicht nur durch die Höhe, sondern auch den Flugzeugtyp bestimmt.

Fliegen kann die Symptome bei chronischen Lungenerkrankungen verschlechtern, vor allem in neueren Modellen, da in ihnen ein niedrigerer Druck in der Kabine herrscht als in älteren Modellen.

 

Viele Patienten mit chronischen Lungenentzündungen haben, verglichen mit Gesunden, Probleme beim Fliegen in großer Höhe, da die verfügbare Sauerstoffmenge reduziert ist. Es genügen auch schon geringe Anstrengungen, z. B. der Gang zur Toilette, um die arterielle Sauerstoffkonzentration weiter zu senken, da natürliche Ausgleichsmechanismen versagen. In einer Boeing 747 übersteigt der Kabinendruck signifikant das geforderte Minimum von 752 hPa. Dadurch ist auf Langstreckenflügen ein Sicherheitsspielraum für Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen gewährleistet. Die Boeing 747 wird nun aber nach und nach durch andere Flugzeugtypen ersetzt wie Boeing 777, Airbus 330/340 und Airbus 380. In diesen neuen Modellen herrscht jedoch ein signifikant niedrigerer Druck als in der Boeing 747, wie Leigh Seccombe und Kollegen (Abteilung für Thorax-Medizin, Concord General Hospital, Sydney, Australien) feststellten. Basierend auf dem gemessenen mittleren Kabinendruck würden Patienten in einer Boeing 747 also in entsprechender Seehöhe rund 17,4 Prozent Sauerstoff atmen, im Vergleich zu 16,7 bis 16,8 Prozent in den anderen Flugzeugtypen, die zudem ermöglichen, höher zu fliegen. Dass die Boeing 747 aus dem Verkehr gezogen wird, wird also wahrscheinlich das Gesamtrisiko von älteren Patienten mit chronischen Lungen- und auch anderen Erkrankungen erhöhen.

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