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Foto: Buenos Dias/photos.com
Bald möglich: Betroffene können zu Hause ihre Schnarchgeräusche aufnehmen.
 
Pulmologie 16. September 2009

Apnoetest to go

Aufnahme von Schnarchgeräuschen macht Schlaflabor überflüssig.

Für die Diagnose der Schlafapnoe genüge es, zu Hause die nächtlichen Schnarchgeräusche aufzunehmen. Das berichten australische und japanische Forscher, die eine nichtinvasive Methode entwickelten, die den Besuch des Schlaflabors bei Verdacht auf obstruktive Schlafapnoe überflüssig macht.

 

Die Forscher machen sich das häufigste Symptom der Krankheit, das Schnarchen, zunutze: „Wir haben Techniken entwickelt, die eine obstruktive Schlafapnoe allein durch die Schnarchgeräusche feststellen können. Diese werden nachts per Aufnahmegerät festgehalten und anschließend analysiert“, berichtet der Forschungsleiter Dr. Udantha Abeyratne von der University of Queensland. „In Tests konnten wir damit Schlafapnoe mit einer Genauigkeit von 90 Prozent feststellen.“

Die wichtigsten Symptome der Apnoe sind Schnarchen, plötzliches Aufwachen in der Nacht und damit verbundene Tagesschläfrigkeit. Werden diese Signale nicht rechtzeitig behandelt, kann dies zu diversen Folgeerscheinungen wie Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Die Feststellung der Schlafapnoe erfolgte bisher stets im Schlaflabor mittels Polysomnografie. Diese Technik überwacht einen Patienten im Laufe einer gesamten Nacht durchgehend nach bestimmten Körperfunktionen und erstellt dabei ein Schlafprofil, das auch Störungen aufzeigt. „Die bisherige Methode ist unbequem, teuer und eignet sich kaum für eine breit angelegte Schlafapnoe-Untersuchung großer Bevölkerungsgruppen, besonders nicht bei Kindern. Es gibt schon jetzt zu wenig Schlaflabore und dementsprechend lange Wartelisten, weshalb ein Gerät für den Gebrauch in den eigenen vier Wänden die beste Lösung wäre“, betont Dr. Craig Hukins, Leiter des Schlaflabors am Princess Alexandra Hospital, das an der Forschung beteiligt war.

Die mehrjährige Analyse von Schnarchgeräuschen brachte die Forscher nun zur Entwicklung eines Konzepts für ein mobiles Messgerät, das für den Einsatz zu Hause geeignet ist. Innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre soll das Messgerät für zu Hause verfügbar sein. „Das Ergebnis hat das Potenzial, die Diagnose und Behandlung von Schlafapnoe zu revolutionieren“, so Abeyratne.

 

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