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Onkologie 27. März 2008

Risiko durch hohen Blutdruck verdoppelt

Ein nicht oder schlecht kontrollierter Bluthochdruck ist mit zwei- bis dreifach erhöhtem Nierenkrebsrisiko verbunden: Dies belegen die Daten einer großen europäischen Bevölkerungsstudie. Zudem weisen die Ergebnisse darauf hin, dass Blutdrucksenkung, zum Beispiel durch eine erfolgreiche medikamentöse Therapie, dazu beitragen kann, das Nierenkrebsrisiko zu vermindern. Innerhalb der letzten 30 Jahre hat die Zahl der Nierenkrebserkrankungen weltweit zugenommen, wobei verschiedene Studien auf einen Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und erhöhtem Nierenkrebsrisiko hinweisen. Strittig war bislang, ob die Risikozunahme eher auf den Bluthochdruck oder auf die Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten zurückzuführen ist. Die vorliegende Studie liefert nun neue Daten, die zur Klärung dieser Streitfrage beitragen.
In der neuen Untersuchung innerhalb der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) Studie hatten Patienten mit einem systolischen Blutdruck von über 160 Millimeter-Quecksilbersäule (mmHg) im Vergleich zu Teilnehmern mit normalen oder niedrigen Blutdruckwerten ein um den Faktor 2,48 höheres Nierenkrebsrisiko. Bei Patienten mit einem diastolischen Blutdruck von über 100 mmHg erhöhte sich das Risiko um das 2,34-Fache im Vergleich zu Personen mit Werten von unter 80 mmHg.
Das höchste Risiko wiesen jedoch Teilnehmer auf, die trotz angegebener Medikamententherapie unter einem hohen Blutdruck litten. Patienten dieser Gruppe, deren diastolischer Wert über 100 mmHg lag, hatten sogar ein über 300 Prozent erhöhtes Erkrankungsrisiko im Vergleich zu jenen Personen, die nicht medikamentös behandelt wurden und deren Blutdruckwert unter 90 mmHg lag. Bluthochdruckpatienten, deren Blutdruck dagegen gut kontrolliert war und medikamentös gesenkt werden konnte, wiesen im Vergleich zu unbehandelten Personen kein signifikant erhöhtes Erkrankungsrisiko auf.
„Unsere Ergebnisse unterstützen daher die Hypothese, dass das Nierenkrebsrisiko hauptsächlich auf die Blutdruckerhöhung an sich zurückzuführen ist und eine gute medikamentöse Kontrolle des Bluthochdrucks wahrscheinlich helfen kann, das Krebsrisiko zu senken“, erklären die Autoren der im American Journal of Epidemiology (15. Februar 2008; 167: 438 – 446) erschienenen Studie.
Für die Untersuchung werteten die Forscher Daten von 296.638 Menschen aus acht verschiedenen europäischen Ländern aus. Während der Nachbeobachtungszeit von 6,2 Jahren erkrankten 250 Studienteilnehmer an Nierenkrebs.

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