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Onkologie 30. April 2008

Vitamin D senkt das Risiko

Eine hohe Vitamin-D-Konzentration im Blut könnte Frauen jenseits der Wechseljahre vor Brustkrebs schützen. Das zeigt eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums. Zudem scheint eine bestimmte Genvariante des Vitamin-D-Rezeptors ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs zu tragen, wenn der Tumor Rezeptoren für das weibliche Sexualhormon Östrogen aufweist. Ein Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und dem Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, wird bereits seit langem vermutet, seine klinische Bedeutung war jedoch bisher nicht sicher belegt. Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf kamen nun zu eindeutigen Resultaten.
Während frühere Studien sich überwiegend auf das Vitamin D aus der Nahrung konzentrierten, untersuchten die Forscher den gesamten Vitamin-D-Status. Dafür erfassten sie 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D) als Marker sowohl für körpereigenes als auch für über die Nahrung zugeführtes Vitamin D.
Das Ergebnis der Studie an 1.394 Brustkrebspatientinnen und der gleichen Anzahl gesunder Frauen jenseits der Wechseljahre fiel klar aus: Frauen mit einer sehr niedrigen 25(OH)D-Konzentration im Blut haben ein deutlich erhöhtes Brustkrebsrisiko. Der Effekt war am stärksten ausgeprägt bei Frauen, die keine Hormone zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden einnahmen. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass sich bei dieser retrospektiven Studie möglicherweise diagnosebedingte Faktoren – etwa eine Chemotherapie oder ein Mangel an Sonne nach längeren Krankenhausaufenthalten – zum niedrigen Vitaminspiegel der Brustkrebspatientinnen beigetragen haben könnten.
Darüber hinaus rückte auch der Vitamin-D-Rezeptor in den Blickwinkel der Wissenschaftler. Vom Gen dieses Rezeptors existieren mehrere Varianten. Die Forscher untersuchten den Effekt von vier dieser Polymorphismen auf das Brustkrebsrisiko. Dabei zeigte sich, dass Trägerinnen des TaqI-Polymorphismus ein leicht erhöhtes Risiko für Brusttumoren aufwiesen, welche auf ihrer Oberfläche Rezeptoren für das weibliche Sexualhormon Östrogen tragen. Effekte auf das Gesamtbrustkrebsrisiko ließen sich nicht feststellen. Vitamin D könne, so ein Erklärungsversuch der Autoren, seine krebsvorbeugende Wirkung ausüben, indem es dem wachstumsfördernden Effekt von Östrogenen entgegenwirkt.

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