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Onkologie 21. Mai 2008

Privatversicherte leben länger

Fortschritte in Prävention, Früherkennung und Behandlung von Tumorerkrankungen haben in den USA zwischen 1991 und 2004 zu einem Rückgang der Krebstodesraten um beinahe 14 Prozent geführt. Allerdings profitieren nicht alle Bevölkerungsschichten in gleicher Weise von diesem Fortschritt. Denn manche der Unterschiede gehen auf einen schlechteren Zugang zur Gesundheitsversorgung zurück. Eine kritische Schwelle scheint dabei der Zugang zu einer adäquaten Krankenversicherung zu sein. In einem Übersichtsartikel berichten US-Ärzte (Ward E et al.: CA Cancer J Clin. 2008;58(1):9-31), wie sich der Versichertenstatus auf die Teilnahme an Screeningmaßnahmen, das Tumorstadium zum Zeitpunkt der Diagnose und die Überlebenschancen bei Mamma- und Kolonkarzinom auswirkt. Ihre Analysen basieren auf dem National Health Interview Survey und der National Cancer Data Base. Dabei war zum Beispiel die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen stark vom Versichertenstatus abhängig: Insgesamt hatten 67,9 Prozent aller Amerikanerinnen zwischen 40 und 64 Jahren in den vergangenen zwei Jahren eine Mammografie. Unter den Privatversicherten waren es aber 74,5 Prozent, unter den Medicaid-Versicherten 56,1 Prozent und unter den nicht Versicherten nur 38,1 Prozent. Brach eine Krebserkankung aus, waren die Überlebenschancen der Privatversicherten erheblich günstiger. Medicaid- und nicht Versicherte trugen ein 1,6-mal höheres Risiko, in den fünf Jahren nach Diagnose ihrer Krebserkrankung zu sterben als die Privatversicherten.

Medizine-online.de, Ärzte Woche 21/2008

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