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Onkologie 17. April 2008

Prognostischer Faktor Anämie

Laut Resultaten einer Studie der Medizinischen Universität Wien steigt bei prämenopausalen Brustkrebs-Patientinnen, die während der Chemotherapie eine Anämie entwickeln, die Inzidenz lokaler Rezidive signifikant an (Clin Cancer Res; 2008, 14(7): 2082-2087). Studienautor Dr. Peter Dubsky und seine Kollegen analysierten im Zuge des Austrian Breast and Colorectal Cancer Study Group Trial die Daten von 424 prämenopausalen Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium und Hormon Rezeptor-exprimierenden Tumoren, die postoperativ mit einer Cyclophosphamid/Methotrexat/5-Flourouracil (CMF)-Polychemotherapie behandelt wurden.
77 Frauen (18,2 Prozent) entwickelten im Zuge der Chemotherapie eine Anämie mit Hämoglobinwerten unter 12g/dl.
Nach einem durchschnittlichen Follow-up von fünf Jahren konnte bei 8,9 Prozent der nicht-anämischen Probanden ein lokales Rezidiv diagnostiziert werden – ver­glichen mit 19,6 Prozent in der Gruppe der anämischen Patientinnen (p=0,0006). Das relative Risiko eines lokalen Rezidivs lag bei anämischen im Vergleich zu nicht anämischen Studienteilnehmerinnen bei 2,96 (95 Prozent; CI 1,41-6,23).
Neben Lebensalter und Lymphknoten-Status hatte der Hämoglobin-Spiegel in dieser Studie einen unabhängigen und signifikanten Einfluss auf das lokal rezidivfreie Überleben.

MedAustria, Ärzte Woche 16/2008

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