zur Navigation zum Inhalt
 
Onkologie 29. Jänner 2008

Atomkraft in der Nachbarschaft

Insgesamt 17 unterschiedliche Studien zum Thema Krebsrisiko rund um Kernkraftwerke haben US-amerikanische Forscher in einer Meta-Analyse ausgewertet. Darin kommen sie zu dem Schluss, dass Kinder und Jugendliche, die in der Umgebung von Atomkraftwerken leben, ein bis zu 24 Prozent höheres Risiko haben, an Leukämie zu sterben. Die genauen Ursachen sind bislang unklar (European Journal of Cancer Care 16 (4), 355–363). Insgesamt 37 Studien wollten die Forscher um Dr. Peter Baker vom Department of Biostatistics and Epidemiology an der Medical University of South Carolina auswerten. Aufgrund der strengen Auswahlverfahren blieben insgesamt 17 Studien übrig, mit Daten von 136 Kernkraftwerken in den USA, Kanada, Großbritannien, Japan, Frankreich, Spanien und Deutschland.
Die Analyse ergab, dass Kinder, die in der Nähe von Atomkraftwerken lebten, ein signifikant höheres Risiko hatten, an Leukämie zu erkranken. Ein weiteres Ergebnis war, dass die Sterberate höher war. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung zeigte sich umso höher, je näher die Kinder an den Kernkraftwerken lebten.
Die Wissenschaftler nehmen in der Studie allerdings Abstand davon, den Kernkraftwerken die alleinige Schuld an der Krebsrate zu geben. Dieser Schluss sei nach der Auswertung der Studien nicht gegeben. Radioaktive Strahlung ist zwar nachweislich ein Risikofaktor für die Entstehung von Leukämie. Es bleibt aber unklar, ob die Menge an Radioaktivität aus den Atomkraftwerken groß genug ist, um das Krebsrisiko zu erhöhen. Weitere Studien müssten dazu noch folgen, erklären die Wissenschaftler. Es sei aber nicht zu leugnen, dass die vermehrten Krebsfälle eben in unmittelbarer Nähe zu den Kernkraftwerken aufgetreten sind.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben