zur Navigation zum Inhalt
 
Onkologie 20. September 2007

Platin und Cranberries

Die antioxidative Wirkung der kleinen roten Beeren könnte die Wirkkraft chemotherapeutischer Platinverbindungen erhöhen.
Manche Ovarialtumoren sprechen auf Chemotherapie mit Platinverbindungen nicht oder nur schlecht an. Proanthocyanidine können Abhilfe schaffen(234th National Meeting of the American Chemical Society, Boston Aug 19-23 2007). Die aus Cranberrysaft gewonnenen sekundären Pflanzenstoffe erhöhen die Empfindlichkeit ovarieller Krebszellen bis auf das Sechsfache. Studienauthor Ajay Singh sieht darin Hoffnung für Millionen von Patientinnen mit Ovarial-CA.
Erst hatten der Wissenschaftler und sein Team entdeckt, dass Cranberrysaft auf Kulturen von platinresistenten ovariellen Krebszellen, Prostatakrebszellen und Neuroblastomzellen zytotoxisch wirkt. Als wirksamste Komponente isolierte Singh Proanthocyanidine. Der Pflanzenstoff konnte das Wachstum kultivierter Krebszellen verschiedener Zelllinien hemmen.
Die IC50 – das entspricht der Hälfte der maximalen inhibitorischen Konzentration – betrug für Proanthocyanidine 79 bis 479 mcg/ml. Die Antioxidantien erwiesen sich als wenig zytotoxisch Lungenfibroblasten gegenüber und zeigten synergistische Effekte Platinverbindungen gegenüber: die Platinresistenz humaner Ovarialkrebszellen zeigte sich in Gegenwart von Proanthocyanidin deutlich verringert - eine wichtige Entdeckung, wie Singh betont.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben