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Jeder Tag Smog in Hong Kong bedeutet einen weiteren Sargnagel für die hiesige Bevölkerung.
 
Onkologie 11. Mai 2016

Langsamer Tod durch einatmen

Studie zeigt, dass Feinstaub das Sterberisiko durch Krebs deutlich erhöht.

Ältere Menschen, die dauerhaft einer hohen Feinstaubbelastung ausgesetzt sind, haben einer Studie zufolge ein deutlich erhöhtes Sterberisiko für verschiedene Krebsarten. Ein internationales Forscherteam untersuchte hierfür über mehrere Jahre die Todesursachen von Zehntausenden Menschen in Hongkong.

Eine chinesische Studie über Feinstaub mache deutlich, dass dieser in Großstädten weltweit „so viel und so schnell wie möglich reduziert werden muss“, sagte Mitautor Dr. Neil Thomas von der britischen Universität Birmingham.

Das Ergebnis war: Bei einer um zehn Mikrogramm erhöhten Konzentration von Feinstaub pro Kubikmeter Luft erhöhte sich das Risiko, an Krebs im oberen Verdauungstrakt zu sterben, um 42 Prozent. Das Sterberisiko durch Krebs an der Leber, Pankreas oder Gallenblase stieg demnach um 35 Prozent. Bei Frauen nahm das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, sogar um 80 Prozent zu, wie die Forscher berichteten. Die Experten aus Hongkong und Großbritannien veröffentlichten ihre Studie im Journal „Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention“.

Als Feinstaub werden winzige Partikel bezeichnet, die eine gewisse Zeit in der Luft schweben. Ursprung der Schadstoff-Teilchen können etwa Dieselruß, Reifenabrieb oder Abgase von Industrie-, Kraftwerks- oder Heizungsanlagen sein. Je nach Größe und Eindringtiefe der Teilchen sind die gesundheitlichen Wirkungen von Feinstaub nach Angaben des Umweltbundesamtes verschieden. Als besonders gefährlich gelten ultrafeine Teilchen mit weniger als 2,5 Mikrometern Durchmesser (PM 2,5), die sich tief in den Bronchien und Lungenbläschen festsetzen oder sogar ins Blut übergehen können.

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