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© kadmy / iStock
Die Krankheit ist belastend, die Medikamenteneinnahme oft hochkomplex.
 
Onkologie 14. Dezember 2015

Orale Krebsmedikamente

Beratungsaufwand für Apotheken wächst

In den öffentlichen Apotheken wächst der Beratungsaufwand für orale Krebsmedikamente. In den vergangenen vier Jahren ist die Anzahl der dort abgegebenen Krebsmedikamente, die z. B. als Tabletten oder Kapseln eingenommen werden, um etwa zehn Prozent gewachsen. Das ermittelte das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e. V. (DAPI) durch die Auswertung von Rezepten, die zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland abgerechnet wurden.

Im Jahr 2011 erhielten GKV-Versicherte etwa 1,57 Millionen Packungen, im Jahr 2014 waren es 1,74 Millionen Packungen. Vom DAPI nicht ausgewertet wurden orale Krebsmedikamente, die nicht in öffentlichen Apotheken (also z. B. in Krankenhausapotheken) oder an Privatversicherte abgegeben wurden.

Zunehmend kommen in der onkologischen Therapie auch hochwirksame orale Medikamente zum Einsatz, die die Compliance des Patienten ebenso erhöhen, wie den Patientenkomfort insgesamt. Die eigenständige Einnahme der Therapie reduziert die notwendigen Krankenhausbesuche und -aufenthalte zur Verabreichung von i.v.-Therapien. Gleichzeitig reduzieren sich damit die Kosten für das Gesundheitssystem. Umso wichtiger ist die gute Beratung zur richtigen Einnahme.

Generell gilt für Zytostatika: Nicht zerteilen, nicht zerkauen

„Wenn Patienten ihre Krebsmedikamente eigenverantwortlich zu Hause einnehmen, ist die Beratung des Apothekers besonders wichtig“, sagt Dr. Andreas Kiefer, Vorstandsvorsitzender des DAPI und Präsident der Bundesapothekerkammer. Bei der Einnahme eines der rund 1000 unterschiedlichen Präparate sind teilweise recht komplexe Einnahmevorschriften zu beachten. Generell sollten Tabletten und Kapseln, die Zytostatika enthalten, als Ganzes eingenommen und nicht gekaut oder zerteilt werden. Kiefer: „Patienten sollten umfassend über die Medikamente informiert sein, um den größtmöglichen Nutzen aus der Therapie zu ziehen.“

Quelle: abda

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