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Onkologie 20. November 2015

Enigmatischer Eierstockkrebs

Die Früherkennung könnte bald möglich sein, hofft der Wiener Gynäkologe Paul Speiser. Schmerzfrei.

Jährlich erkranken rund 1.000 Frauen in Österreich an dem äußerst aggressiven Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom). Etwa 75 Prozent dieser Tumoren haben ihren Ursprung im Eileiter. Eine Möglichkeit zur Früherkennung oder Prävention gibt es derzeit nicht. Mit Hilfe eines von Prof. Dr. Paul Speiser von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Wien und von der Arbeitsgruppe Molekulare Onkologie entwickelten, innovativen „Dreiwege“-Katheters könnte das in Zukunft möglich sein.

„Derzeit gibt es nur zwei Krebsarten, bei denen die Früherkennungsmethoden von der amerikanischen Präventions-Task Force mit einem ‚A‘ als ‚äußerst‘ zielführend beurteilt werden“, sagt Speiser, der auch Mitglied des Comprehensive Cancer Centers Vienna (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien ist, „nämlich beim Gebärmutterhalskrebs und beim Dickdarmkarzinom. Unsere Entwicklung könnte eine dritte Krebsform erschließen.“

Dazu entwickelte Speiser einen Katheter, der verhindert, dass die Spülflüssigkeit in den Bauchraum abfließt, und nahezu schmerzfrei gesammelt werden kann.

In der nun publizierten Studie ( http://bit.ly/1QfjDjj ) wurde gezeigt, dass bei Vorliegen von Eierstockkrebs in 80 Prozent Tumorzellen in der Spülflüssigkeit gefunden werden können. Weiters konnte gezeigt werden, dass bei einer Probandin, die sich bereits für eine vorbeugende Eierstockentfernung entschlossen hatte mit Unterstützung einer Form des Next Generation Sequencing („Smart Sequencing“/Analyse genetischer Veränderungen im Erbgut) in der gewonnenen Spülflüssigkeit ein okkultes, also verstecktes, Karzinom nachgewiesen werden. „Die Ergebnisse lassen hoffen, dass zumindest die Früherkennung bald möglich sein wird“, erläutert Speiser.

Eine wichtige Entwicklung, denn das Eierstockkarzinom zeigt kaum Symptome und wird bei rund drei Viertel aller Betroffenen sehr spät entdeckt. In einem späten Stadium ist das Ovarialkarzinom mit einer sehr schlechten Prognose für die Lebensdauer der Betroffenen verbunden.

Die Studie wurde von der Med-Uni Wien geleitet und in Kooperation mit dem Zentren in London, Dublin, Mailand, Graz, Berlin, Hamburg, Prag, Pilsen, Leuven und Essen durchgeführt

MedUni Wien, Ärzte Woche 47/2015

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