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© Oliver Meckes & Nicole Ottawa / eye of Science / Agentur Focus
 
Onkologie 8. Juni 2015

Immuntherapie bei Lungenkrebs

Antikörper-Behandlung erfolgreicher als Chemotherapie.

Für den ersten überzeugenden Wirkungsnachweis einer Immuntherapie bei Lungenkrebs wurden 272 Patienten untersucht, die ein Wiederauftreten eines Plattenepithelkarzinoms der Lunge erlitten hatten.

Lungenkrebspatienten, die einen Rückfall erleiden, überleben im Schnitt länger, wenn sie mit einem immunstimulierenden Antikörper behandelt werden, im Vergleich zur bislang üblichen Chemotherapie. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die auf dem Amerikanischen Krebskongress (ASCO) in Chicago präsentiert wurde. In die Leitung der Studie einbezogen waren das Westdeutsche Tumorzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und die Abteilung Thorakale Onkologie der Ruhrlandklinik. Gleichzeitig wurden die Ergebnisse von Brahmer et al. (5/2015) in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht. Untersucht wurden 272 Patienten, die einen Rückfall eines Plattenepithelkarzinoms der Lunge erlitten hatten. Sie wurden mit dem immunstimulierenden Antikörper Nivolumab behandelt und mit dem bisherigen Standard, einer Chemotherapie mit Docetaxel, verglichen. Die immuntherapeutisch behandelte Patientengruppe hatte eine deutlich längere, mittlere Überlebenszeit.

„Dies ist der erste überzeugende Wirkungsnachweis einer Immuntherapie bei in der Behandlung von metastasiertem Lungenkrebs“, so Dr. Wilfried Eberhardt, Oberarzt der Inneren Klinik (Tumorforschung).

Er geht davon aus, dass Lungenkrebs neben dem schwarzen Hautkrebs die zweite Erkrankung ist, bei der die neue Klasse der anti-PD1-Antikörper zur Therapie zugelassen wird. In Chicago wurden weitere Daten präsentiert, die deren Wirksamkeit auch bei anderen Formen von Lungenkrebs demonstrierten.

„Derzeit prüfen wir in klinischen Studien, wie wirksam immunstimulatorische Antikörper bei verschiedenen, fortgeschrittenen Tumorerkrankungen sind“, sagt Prof. Martin Schuler, Direktor der Inneren Klinik (Tumorforschung). „Künftig werden viele Krebspatienten von dieser neuen Behandlung profitieren.“

Für weitere Nachrichten aus der Onkologie siehe auch www.springermedizin.at/memo---inoncology

www.springermedizin.de, Ärzte Woche 24/2015

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