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Onkologie 23. April 2015

Systemtherapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms

Die Systemtherapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms soll eine möglichst lange Lebenszeit bei guter Lebensqualität der Patienten gewährleisten. Hierbei wird das Konzept der streng abgegrenzten Therapielinien immer mehr verlassen und stattdessen durch eine individuelle Therapieplanung ersetzt, welche auch Erhaltungstherapien einschließt und sich nach der Tumorausbreitung und Tumorbiologie, dem klinischen Zustand des Patienten sowie den auftretenden Nebenwirkungen ausrichtet.

Da die Erstlinien-Kombinationschemotherapie mit einem Anti-EGFR-Antikörper von kolorektalen RAS-Wild-Typ(wt)-Karzinomen (K- und NRAS Exon 2, 3 und 4) mit einem signifikanten Überlebensvorteil für die Patienten verbunden sein könnte, sollte bei allen Patienten, für die eine intensive Erstlinien-Kombinationschemotherapie in Frage kommt, der komplette RAS-Status vor Therapiebeginn bestimmt werden. Um den Patienten potenzielle Heilungschancen oder auch längere systemtherapiefreie Intervalle zu geben, ist es essenziell, dass bei limitierter Leber- und/oder Lungenmetastasierung die vollständige Entfernung des Tumors durch einen chirurgischen Eingriff und/oder lokale Tumorablation im Auge behalten wird, auch wenn diese nur durch eine Konversion nach einer intensiven Induktionschemotherapie möglich erscheint. Hierfür ist eine enge Abstimmung mit einem ausgewiesenen Chirurgen im Rahmen von interdisziplinären Tumorkonferenzen vor und im Verlauf der Systemtherapie notwendig.

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