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Simulation der Bestrahlung einer Brustkrebspatientin mit Festlegung des Bestrahlungsfeldes.
 
Onkologie 10. Februar 2014

Vorstufen des Mammakarzinoms jedenfalls bestrahlen?

Experten plädieren für Bestrahlung von Vorstufen von Brustkrebs - auch wenn noch keine invasive Erkrankung vorliegt.

Die Behandlung von nicht-invasivem Brustkrebs - also von Krebszellen, die auf ihren Ursprungsort begrenzt sind und sich noch nicht im Körper ausgebreitet haben - wird immer wichtiger. Deutsche Experten haben jetzt Richtlinien erstellt, wonach auch Frauen mit Brustkrebs-Vorstufen und chirurgischem Eingriff bestrahlt werden sollten.

Durch die Mammografie-Screeningprogramme wird Brustkrebs immer früher entdeckt. Oft geschieht das im Stadium eines sogenannten Duktalen Carcinoma in situ (DCIS). Das bedeutet, dass die bösartigen Veränderungen noch auf die Milchgänge der Brust allein begrenzt sind. Chirurgische Eingriffe erfolgen dann zumeist brusterhaltend. Eine Strahlentherapie wird derzeit nicht immer durchgeführt.

Das sollte aber offenbar geschehen, so Studien laut der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). In einer aktuellen Ergänzung ihrer ursprünglich 2007 verfassten Leitlinie zur Radiotherapie des Mammakarzinoms empfiehlt sie jetzt daher eine Bestrahlung aller DCIS-Patientinnen - auch solcher aus der Niedrig-Risiko-Gruppe.

"Bei der Hälfte der Erkrankungsrückfälle handelt es sich um invasive Karzinome", betonte Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Mannheim. Auch das Risiko eines nicht-invasiven Rezidivs sei bei Patientinnen, die sich nach der ersten Operation einer Radiotherapie unterzogen hätten, deutlich niedriger.

"Die Bestrahlung halbiert die Rezidivrate und verringert das Risiko einer Entwicklung vom DCIS zu invasiven Karzinomen. Insofern verbessert sie für viele betroffene Frauen die Chancen, keinen Rückfall zu erleiden und auch langfristig und dauerhaft die Brust erhalten zu können", so der deutsche Experte.

Die Experten der DEGRO stellen in der Leitlinie fest, dass von einer Strahlentherapie nach der Operation Frauen aller Altersgruppen profitieren. "Kommt es nach einer brusterhaltenden Operation zum Rückfall, folgt fast immer eine Mastektomie, also die Amputation der Brust", erklärte DEGRO-Präsident Michael Baumann. "Vielen Frauen könnte dies erspart bleiben, wenn zukünftig schon nach der ersten Operation bestrahlt würde", betonte Baumann, Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsklinik Dresden.

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