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Die neue S3 Leitlinie soll die Diagnostik des Leberzellkarzinoms verbessern und eine frühere Behandlung ermöglichen.
 
Onkologie 26. September 2013

Leberkrebs erkennen und behandeln

Neue S3-Leitlinie zum hepatozellulären Karzinom.

Etwa 7.500 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu am Leberzellkarzinom, in Österreich sind es jährlich knapp 900 Neuerkrankungen. Männer sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Frauen. Die neue S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des hepatozellulären Karzinoms“ soll jetzt die Behandlung und Betreuung der Patienten verbessern. Der praxisnahe Handlungsleitfaden basiert auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) haben mehr als 100 Experten die Leitlinie erstellt. Sie soll von allen an der Behandlung von Menschen mit Leberkrebs Beteiligten umfassend umgesetzt werden um den Patienten die bestmögliche Behandlung nach aktuellem Wissensstand zukommen zu lassen.

 

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist weltweit die dritthäufigste tumorbedingte Todesursache. Bis vor einiger Zeit galt HCC als eine relativ seltene Tumorerkrankung in Deutschland. Inzwischen nimmt die Häufigkeit hierzulande und in anderen Ländern Europas jedoch deutlich zu, was mit einer steigenden Zahl von Leberzirrhosepatienten sowie der hohen Rate von Hepatitis-C-Neuinfektionen in den vergangenen vier Jahrzehnten in Zusammenhang gebracht wird.

Die neue Leitlinie aus dem Leitlinienprogramm Onkologie der Deutschen Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Krebshilfe (DKH), richtet sich an alle Berufsgruppen, die Patienten mit hepatozellulärem Karzinom betreuen, und an interessierte Patienten oder Selbsthilfegruppen. Sie ist eine gute Grundlage für Entscheidungen in der täglichen Praxis und soll dazu beitragen, die Versorgung, die therapeutischen Perspektiven und letztlich die Lebensqualität der Patienten zu optimieren.

Etwa sieben von zehn Leberzellkarzinomen werden erst im fortgeschrittenen Stadium festgestellt, da insbesondere im Anfangsstadium der Tumorerkrankung keine typischen Symptome existieren. Wird das Karzinom erst spät erkannt, sind die Therapieoptionen häufig sehr ungünstig. Die Leitlinie widmet sich daher vor allem auch den Risiken und der Vorbeugung. Eine ausführliche Darstellung der verschiedenen Diagnoseverfahren, der operativen und interventionellen Verfahren und der systemischen Therapien, sowie mögliche supportive Therapien werden ebenso beschreiben wie palliativmedizinische und psychoonkologische Fragestellungen beantwortet werden.

Eine Patientenleitlinie wird noch im Laufe des Jahres 2013 erscheinen.

Eine ausführliche Version, eine Kurzversion sowie ein Methodenreport der Leitlinie sind im Internet auf den Seiten der DGVS, des Leitlinienprogramms Onkologie sowie der AWMF abrufbar:
www.dgvs.de/2595.php,
http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Leitlinien.7.0.html,
www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-053OL.html   

Referenzen:

1. Seiler CM et al, Ann Surg. 2009 Apr;249(4):576-82.

2. Bloemen A et al, Br J Surg. 2011 May;98(5):633-9

3. European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC). Report on Communicable Diseases in Europe 2008. Stockholm, Annual Epidemiological n., 2008.

Quelle: Presseinformation Johnson & Johnson Medical Products GmbH

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