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Fisch zur Brustkrebsprävention ist mit Einschränkung zu empfehlen.
 
Onkologie 2. September 2013

Schützt Fisch vor Brustkrebs?

Bedeutung mehrfach-ungesättigter Fettsäuren im Essen.

Können Frauen ihr Brustkrebsrisiko senken, indem sie Meeresfrüchte essen? In einer Metaanalyse mit knapp 900.000 Teilnehmerinnen fand sich ein dosisabhängiger Effekt für marine Omega-3-Fettsäuren – nicht aber für häufiges Fischessen.

Zur krebshemmenden Wirkung von Fisch und den darin enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA = polyunsaturated fatty acids) liegen zahlreiche Hinweise vor; allerdings ist die Studienlage für die Brustkrebsprävention äußerst uneinheitlich.

Während zum Beispiel in zwei großen Kohorten aus Singapur und Japan eine eindeutige inverse Assoziation zwischen n-3-PUFA und Brustkrebsrisiko gezeigt wurde, konnten andere Autoren keinerlei Schutzeffekt belegen.

Die vorliegende Studie stammt aus China. Die Autoren haben die Ergebnisse aus 26 prospektiven Kohortenstudien zu einer Metaanalyse zusammengefasst und eine Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen der Aufnahme von Fisch oder marinen Fettsäuren und dem Brustkrebsrisiko aufgestellt (BMJ 2013; 346: f3706).

Von den knapp 900.000 Teilnehmerinnen waren gut 20.000 an Brustkrebs erkrankt. Ein signifikanter Effekt, nämlich eine Risikoabnahme um 14 Prozent, ergab sich für den Gesamtgehalt an marinen n-3-PUFA: Pro 0,1 g am Tag sank das Brustkrebsrisiko um 5 Prozent.

Dieser Effekt verschwand, wenn man nur die Alpha-Linolensäure – eine Omega-3-Fettsäure, die vornehmlich aus Pflanzen stammt – herausgriff (relatives Risiko: 0,97). In Fisch sind vor allem die Omega-3-Fettsäuren DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) enthalten.

Für diese zeigte sich in der Metaanalyse eine deutliche Risikoreduktion, wenn auch nur in Studien mit kürzerem Follow-up (relatives Risiko 0,74 bzw. 0,82). Entsprechende Langzeitstudien lagen allerdings nur in geringer Zahl vor.

Wermutstropfen im Fisch?

Von der PUFA-reichen Ernährung schienen sowohl Asiatinnen als auch Frauen aus westlichen Ländern zu profitieren. Allerdings war der Schutzeffekt bei den Asiatinnen deutlich ausgeprägter (relatives Risiko 0,69). Man könne dies damit erklären, dass in Asien ganz allgemein mehr Fisch gegessen wird, schreiben die Forscher um Ju-Sheng Zheng von der Zhejiang University in Hangzhou.

Überraschenderweise bewirkte jedoch „Fischkonsum“ als übergeordneter Parameter allgemein keinen Unterschied im Brustkrebsrisiko, auch nicht in der Dosis-Wirkungs-Analyse.

Die Autoren schließen nicht aus, dass zum Beispiel erhöhte Konzentrationen an Organometallen oder Pestiziden bei häufigem Fischkonsum dem Schutzeffekt entgegenwirken könnten.

Die Aufnahme mehrfach ungesättigter mariner Fettsäuren nützte in der Metaanalyse vor allem postmenopausalen Frauen. Dies deutet den Forschern zufolge auf einen Langzeiteffekt hin. Es ist bekannt, dass Brustkrebs sich erst viele Jahre nach einer schädlichen Exposition entwickelt. Angesichts der positiven Effekte für marine PUFA, für die es jetzt zunehmend Evidenz gebe, müsse man der Wirkung einer fischreichen Ernährung auf das Brustkrebsrisiko in jedem Fall weiter nachgehen, schließen Zheng und Kollegen.

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