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Das genetische Profiling ist Grundlage für die personalisierte Krebsmedizin.
 
Onkologie 31. Jänner 2013

Weltkrebstag: personalisierte Therapie

AKH Wien startet 2013 mit personalisierter Krebstherapie.

Noch in diesem Jahr soll am Comprehensive Cancer Center (CCC) von MedUni Wien und AKH ein Projekt zur personalisierten Krebstherapie verwirklicht werden. Anlässlich des bevorstehenden Welt-Krebs-Tages (4. Februar) machte das Wiener AKH am Donnerstag die Umsetzung der Pläne publik. Vorausarbeiten liefen seit rund eineinhalb Jahren.

 

Eine Unterstützung des sogenannten "Exact"-Programms wurde zuletzt vom Forschungsförderungsfonds (FWF) abgelehnt. Trotzdem, so eine Aussendung des Krankenhauses: "Die ersten Betroffenen werden von dieser Innovation bereits Mitte 2013 profitieren." Es handle sich um ein für Österreich derzeit einzigartiges Programm.

Tumorbiologische Charakteristika im Zentrum der Strategie

"Die vom Comprehensive Cancer Center österreichweit erstmalig konzipierte personalisierte Krebstherapie stellt sogenannte tumorbiologische Charakteristika in den Mittelpunkt der Behandlungsstrategie. Bisher wurden in der Krebstherapie Tumore in erster Linie einem bestimmten Organ zugeordnet. Somit steht ein kompletter Paradigmenwechsel bevor", hieß es in der Aussendung.

Der Hintergrund: Zu den besonderen Merkmalen von Tumoren zählen bösartige Veränderungen, die für Entstehung und Verbreitung im Körper verantwortlich sind. Mit diesem Wissen lassen sich laut Gerald Prager von der Klinischen Abteilung für Onkologie (Leitung: Christoph Zielinski) komplett neue Therapieansätze entwickeln: "Durch die personalisierte Krebstherapie können wir erstmals für den Auslöser einer bestimmten Krebsart zugelassene Medikamente nützen, um auch andere Tumore zielgerichtet zu behandeln."

Möglich macht diese Revolution der Krebstherapie ein interdisziplinärer Ansatz, bei dem vor allem Medizinerder Klinischen Abteilung für Onkologie und des Klinischen Instituts für Pathologie des AKH Wien (Leitung: Dontscho Kerjaschki) eng zusammenarbeiten.

Geistiger Vater und seit Jahren treibende Kraft der personalisierten Krebstherapie ist Christoph Zielinski, Leiter der Universitätsklinik für Innere Medizin I des AKH Wien. Laut Zielinski handelt es sich bei der personalisierten Krebstherapie um einen "Quantensprung in der Tumorbehandlung, welcher insbesondere auch durch das finanzielle Engagement des AKH Wien ermöglicht wurde".

Genetisches Profiling

Basis der personalisierten Krebstherapie ist ein genetisches Profiling, bei dem mit einer neuartigen Chiptechnologie mehrere für die Entstehung von Krebs verantwortliche Genveränderungen gleichzeitig untersucht werden können. "Gemeinsam mit weiteren pathologischen Daten lässt sich so ein komplexes Tumorprofil erstellen. Dieses eröffnet dem behandelnden Arzt die Möglichkeit, für seine Patienten einen zielgerichteten, individualisierten Therapieplan zu erarbeiten", so Fritz Wrba vom Klinischen Institut für Pathologie.

Im ersten Schritt wird die personalisierte Krebstherapie jenen Betroffenen am AKH Wien zugutekommen, bei denen herkömmliche Therapien nicht ausreichen. "Diesen Patienten können wir nun durch die Verwendung bekannter und erprobter Medikamente erstmals neue Therapiemöglichkeiten anbieten. Aus Sicht der Patienten ist das ein unglaublich wichtiger Schritt, der Bestehendes und Innovatives miteinander verbindet", betonte Robert Mader von der Klinischen Abteilung für Onkologie.

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