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Onkologie 12. Juli 2012

Antitumor-Effekte und Schutz vor Osteoporose

ABCSG untersucht humanen monoklonalen Antikörper bei Brustkrebs

Mit insgesamt 3.400 Patientinnen führt die ABCSG derzeit die größte Studie in Österreich durch, die untersuchen wird, ob der Antikörper Denosumab bei Frauen mit Hormonrezeptor positivem Brustkrebs nicht nur vor Osteoporose schützt, sondern auch einen Antitumor-Effekt aufweist.

Frauen mit Hormonrezeptor positivem Brustkrebs erhalten seit Jahren, nach Entfernung des Tumors und einer Bestrahlung, eine adjuvante Antihormontherapie. Damit soll ein Wiederauftreten der Erkrankung verhindert werden. Aufgrund der dadurch unterdrückten Produktion des Hormons Östrogen steigt allerdings die Gefahr des Auftretens von Osteoporose.

Denosumab kann diese Gefahr reduzieren. Der Antikörper behindert die Reifung der Osteoklasten, die den Knochen abbauen, was sich positiv auf die Knochendichte auswirkt. Bisher erhielten etwa 15.000 Patientinnen weltweit Denosumab zu ihrer antihormonellen Therapie. Dies bietet – im Gegensatz zu den bisher eingesetzten Bisphosphonaten – vor allem für die Patientinnen Vorteile. „Die Substanz muss lediglich einmal alle sechs Monate subkutan verabreicht werden“, erläutert ABCSG-Präsident Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant. „Auch das Nebenwirkungsprofil ist weitaus besser als bei Bisphosphonaten.“

Neben der positiven Wirkung auf die Knochendichte wird seit Juni 2011 eine weitere wichtige Frage untersucht: Es zeigte sich in früheren Untersuchungen, dass Denosumab offenbar auch eine positive Wirkung auf das Gesamtüberleben der Patientinnen aufweist, mithin auch Antitumor-Effekte hat. Dieser Frage wird nun in der ABCSG-Studie 18 ebenfalls nachgegangen. Die Patientinnen werden in zwei Gruppen unterteilt: 50 Prozent der Patientinnen erhalten zusätzlich zur antihormonellen Therapie den Antikörper Denosumab. Die andere Hälfte erhält zur Antihormontherapie ein Placebo. Dies ist bei solchen Studienprogrammen notwendig und von den Behörden vorgeschrieben. Vor einigen Wochen konnte mit fünf Brustkrebszentren in Schweden, darunter das renommierte Karolinska-Institut, ein potenter internationaler Studienpartner für ABCSG-18 gewonnen werden. Anfang des Jahres wurde an der Univ.-Klinik für Innere Medizin III in Salzburg unter der Leitung von Prim. Univ.-Prof. Dr. Richard Greil die 2.500ste Patientin in die Studie aufgenommen. Brustkrebspatientinnen in ganz Österreich haben die Möglichkeit, an dieser Studie teilzunehmen. Insgesamt 50 Zentren führen die Studie durch. Die Randomisierung läuft gemäß aktuellen Prognosen voraussichtlich noch bis März 2013. Erste Ergebnisse werden Ende 2014 erwartet.

Quelle: Presseaussendung ABCSG

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