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Foto: CCC
Prof. Dr. Gabriele Kornek leitet die Cancer School in Wien.
 
Onkologie 3. Mai 2012

Fortbildung für Nicht-Mediziner in Sachen Krebs

Das Comprehensive Cancer Center Vienna kommt mit der Cancer School dem großen Informationsbedürfnis von Betroffenen, Angehörigen und Gesundheitsmitarbeitern nach.

Eine Krebserkrankung verursacht nicht nur bei den unmittelbar Betroffenen, sondern auch bei ihrer Umgebung große Unsicherheit. Das Bedürfnis nach Information ist daher groß. Aus diesem Grund bietet die Cancer School seit dem vergangenen Wintersemester mit dem Basiskurs Krebswissen eine umfassende Fortbildung für Erkrankte, Angehörige und Menschen, die beruflich mit Krebserkrankungen oder -erkrankten zu tun haben.

 

Die Onkologie ist ein Fachbereich, in dem eine abteilungs- und berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit von großer Bedeutung für den Therapieerfolg ist. Krebs ist aber auch eine der Erkrankungen, wo ständig neue Erkenntnisse gewonnen werden, deren Übertragung in den medizinischen Alltag häufig erst mit einer gewissen Verzögerung erfolgt. Mit der Gründung des Comprehensive Cancer Centers (CCC) Vienna durch das AKH und die MedUni Wien wurde 2010 der Zusammenschluss aller Berufsgruppen erreicht, die Krebspatienten betreuen, im Bereich Onkologie forschen oder in diesem Gebiet lehren. Den nächsten Schritt in die breitere Öffentlichkeit stellte Ende vergangenen Jahres die Einrichtung des „Basiskurs Krebswissen“ dar, eines österreichweit einzigartigen Bildungsangebots für Nicht-Mediziner im Bereich der Onkologie, das gemeinsam mit dem Verein Leben mit Krebs, der Krebshilfe Wien, dem ScienceCenter-Netzwerk und dem Alumni Club der Med-Uni Wien entwickelt wurde. „60 Teilnehmer haben den Kurs besucht, der ihnen die Grundlagen einer Krebserkrankung, Methoden der Vorsorge- und Früherkennung sowie der Therapie erklärt hat“, berichtete die Leiterin der Cancer School, Prof. Dr. Gabriela Kornek, Universitätsklinik für Innere Medizin, bei einer Bilanz der Aktivitäten des CCC Ende April in Wien.

Hohes Bildungsniveau der Teilnehmer

Die Evaluation dieses Pilotprojekts ergab ein Alter der Teilnehmer zwischen 20 und 72 Jahren, wovon zwei Drittel weiblich waren. Ein Drittel war selbst von einer Krebserkrankung betroffen, ein Drittel Angehörige von Erkrankten und ein Drittel nahm aus professionellem Interesse teil, etwa als Angehöriger eines Gesundheitsberufs oder im Medienbereich Tätiger. Auffällig, so die Veranstalter der Cancer School, war das hohe Bildungsniveau der Teilnehmer und mit zwei Dritteln ein hoher Anteil derer, die berufstätig sind.

Ausgezeichnete Bewertungen erteilten die Teilnehmer des ersten Kurses der Qualität der Veranstaltung: Die Lehrenden des Comprehensive Cancer Centers erhielten Bestnoten, und es ergaben sich intensive und spannende Diskussionen. Dies unterstreicht das große Interesse, aber auch den beträchtlichen Bedarf nach Informationen, unabhängig vom Thema – ob es um die Charakteristik und Entwicklung der Krebszelle ging, den Prozess der Metastasierung oder Vorsorgeuntersuchungen. Verbesserungen der Qualität des Kurses wurden nicht als notwendig erachtet, eine Erweiterung jedoch sehr wohl. Entsprechend umfasst das Programm im Sommersemester 2012 neben dem Basiskurs zahlreiche Aufbaumodule. Von 30. Mai bis 20. Juni stehen die Themen Psychoonkologie, Homöopathie, Nachsorge bei Dickdarmkrebs und die Zeit nach Krebs auf dem Programm. Die Neuerungen für das aktuelle Semester, das am 2. Mai begonnen hat, bedeuten vor allem eine Verdichtung. „Der Basiskurs wird noch kompakter“, sagt Kornek: „Er findet an vier Abenden statt.“ Nach den jeweils zehnminütigen Vorträgen der CCC-Mitarbeiter steht ebenso lange Zeit für Diskussion zur Verfügung. Ganz auf das Bedürfnis nach Informationen abgestimmt.ki

 

Quelle: Pressekonferenz 16. April, Comprehensive Cancer Center (CCC) Vienna

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