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Onkologie 3. April 2012

Gut abgeschnitten: ultraschallgestützte OP

Niederländische Forscherin: Neue Methode sollte Standard werden.

Wie eine neue Studie zeigt, war die ultraschallgestützte operative Entfernung (USS) palpabler Tumoren bei Brustkrebspatientinnen deutlich erfolgreicher als die Standardmethode mit Palpation (PGS) hinsichtlich der Entfernung des gesamten befallenen Gewebes bei gleichzeitigem Erhalt von möglichst viel gesundem Gewebe.

 

Dr. Nicole Krekel, Chirurgin am VU University Medical Center in Amsterdam, Niederlande, und ihre Kollegen haben 124 Patientinnen mit palpablem Brustkrebs im Frühstadium randomisiert einem Studienarm mit USS oder PGS zugeordnet.

Sie stellten fest, dass unter den 61 Frauen der USS-Gruppe nur 3,3 Prozent der Geweberänder entartete Zellen enthielten, während es bei den 63 Frauen der PGS-Gruppe 16,4 Prozent waren. Somit führte USS zu einer signifikant geringeren Zahl von Nachoperationen, Mastektomien und zusätzlichen Strahlentherapien.

Die Menge des entnommenen gesunden Gewebes war in der USS-Gruppe geringer als in der PGS-Gruppe (40 cm3 gegenüber 58 cm3).

„Mithilfe von USS wurden 96,7 Prozent aller Tumoren mit genau der richtigen Menge an tumorfreien Rändern entfernt, in der PGS-Gruppe hingegen waren es nur 83,4 Prozent, und trotzdem war die Menge des entfernten Gewebes in der USS-Gruppe deutlich kleiner“, fasste Krekel auf der Europäischen Brustkrebskonferenz EBCC-8 zusammen.

Für sie punktet die USS-Methode vor allem dadurch, dass der Chirurg die Größe und Lokalisation des Tumors mit USS leichter bestimmen könne als mit PGS.

Der Vorsitzende der EBCC-8, Prof. Dr. David Cameron (Universität Edinburgh Großbritannien), bekräftigte, dass diese Studie zeige, wie Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium erfolgreicher brusterhaltend operiert werden könnten, aber es handle sich erst um einen Bericht aus einem einzigen Krankenhaus: „Die Ergebnisse müssten erst noch von anderen Chirurgenteams bestätigt werden, bevor sie zum Standard erhoben werden können.“ 

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