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Foto: EBCC
PD Dr. Rupert Bartsch forscht an der Klinischen Abteilung für Onkologie der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin über Brustkrebs.
 
Onkologie 1. April 2012

EBBC: Neue Therapieoption getestet

Fulvestrant in Kombination mit Goserelin für jüngere Brustkrebspatientinnen.

PD Dr. Rupert Bartsch und Kollegen des Comprehensive Cancer Centers Wien prüften eine neue Kombination für prämenopausale Frauen, deren Brustkrebs hormonrezeptorpositiv und bereits metastasiert ist.

 

Bei jungen Frauen tritt Brustkrebs seltener auf als nach der Menopause, und er ist seltener ormonrezeptorpositiv. Insgesamt 26 Frauen mit der speziellen Konstellation – prämenopausal, metastasiert und hormonsensibel – wurden mit Fulvestrant plus Goserelin, einer Substanz, die die ovarielle Funktion blockiert, behandelt.

„Gut untersucht ist derzeit die Kombination Tamoxifen/Goserelin, die standardmäßig eingesetzt wird, weil sie sich als besser als die reine ovarielle Suppression mit Goserelin erwiesen hat“, erklärte PD Dr. Rupert Bartsch auf der 8. Europäischen Brustkrebskonferenz EBCC-8. „An weiteren Studien für diese Fälle von Brustkrebs gibt es nur solche, die die Kombination mit Aromatasehemmern prüfen“. Fulvestrant ist ein Antiöstrogen, das bei postmenopausalen Patientinnen zu hohen Raten von Krankheitsstabilisierung führt. Wie Bartsch berichtete, erwies sich die neue Therapieoption bei jungen Patientinnen als sinnvoll.

Im Median lag das Alter der Brustkrebspatientinnen dieser Studie bei 44 Jahren; sie erhielten die Therapie zum größten Teil als Zweitlinientherapie (46 Prozent). 81 Prozent waren bereits mit Tamoxifen/Goserelin vorbehandelt. „Ein komplettes Ansprechen konnte bei einer Patientin erzielt werden, ein partielles bei drei weiteren und bei elf Patientinnen konnte die Erkrankung über mindestens ein halbes Jahr stabilisiert werden“, so Dr. Bartsch. Zusammen ergibt das eine klinische Benefitrate von 58 Prozent, was über den als Wirksamkeitszeichen geforderten 50 Prozent liegt. Die Zeit bis zur Progression betrug im Median sechs Monate und das Gesamtüberleben 32 Monate.

Gute Verträglichkeit

Keine Patientin unterbrach die Studie aufgrund von Nebenwirkungen. Grad-IV-Nebenwirkungen traten nicht auf, auch Grad-III-Toxizitäten zeigten sich nur bei zwei Patientinnen (Pulmonalembolie, Anorexie). „Die gute Verträglichkeit zusammen mit dem Nachweis der Wirksamkeit eröffnen eine neue Therapieoption für prämenopausale Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem metastasiertem Brustkrebs. Die Kombination Fulvestrant/Goserelin sollte in weiteren Studien bei dieser Patientinnengruppe evaluiert werden“, fasste Dr. Bartsch zusammen.

 

 

Quelle: 8th European Breast Cancer Conference (EBCC-8), Abstract #45.

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