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Frauen ab 45 erhalten ab kommendes Jahr eine persönliche Einladung zur Mammografie.
 
Onkologie 20. März 2012

EBCC: Neue Mammakarzinom-Vorsorge für Österreich

Mehrere Studien, die während des Europäischen Brustkrebskongresses (EBCC-8) diese Woche in Wien vorgestellt werden, belegen den Wert von Mammografie- Früherkennungsprogrammen mit Einladungen und Qualitätskontrolle. In Österreich wird deshalb ein entsprechendes Programm im kommenden Jahr starten. Der Beschluss dazu wurde im Vorjahr gefasst.


Mit regelmäßigen Einladungen zu den Untersuchungen sollen vermehrt Frauen für die Mammakarzinom-Früherkennung gewonnen werden, die bisher nicht oder zu selten zu solchen Untersuchungen gingen. Ziel ist es damit die Sterblichkeit durch Brustkrebs weiter zu verringern.


Das Programm , erklärte Manfred Brunner, Chefverhandler der Krankenkassen, wird die geltenden EU-Leitlinien übertreffen und ist den österreichischen Gegebenheiten angepasst: "Wir beginnen nicht mit 50 Jahren, sondern schon mit 45, da in Österreich mit 45 Jahren die Brustkrebs-Erkrankungshäufigkeit ansteigt."

 Die Kernpunkte des Programms

  • Alle Frauen zwischen dem 45. und dem 69. Lebensjahr erhalten spätestens alle zwei Jahren eine persönliche Einladung zur Mammografie (Frauen zwischen 40 und 45 sowie ab dem 69. Lebensjahr können ebenfalls teilnehmen)
  • Für alle Untersuchungen gilt das Vier-Augen-Prinzip (unabhängige Begutachtung durch jeweils zwei Radiologen, die von den Aussagen ihres Kollegen nichts wissen)
  • Sofortige zusätzliche Ultraschalluntersuchung, wenn bei der Mammografie Hinweise auf ein besonders dichtes Brustgewebe auftauchen oder eine Auffälligkeit festgestellt wird.
  • Die untersuchenden Radiologen müssen jeweils mindestens 2.000 solche Untersuchungen pro Jahr durchführen (Flächendeckung in Österreich durch wahrscheinlich an die 200 Untersuchungsstellen), um an dem Programm teilnehmen zu können.
  • Es gibt eine umfangreiche Dokumentation sowie eine Analyse der Daten, um Verbesserungen durchzuführen.

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