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Foto: Klaus-Peter Janssen
Dickdarmtumor mit guten Heilungschancen: T-Helfer-Zellen (rot) liegen zwischen den Drüsenstrukturen der Tumorzellen (Zellkerne blau gefärbt).
 
Onkologie 6. März 2012

Darmkrebs ade?

Konzentration der Chemokine bestimmt Rückfall-Risiko.

Am Münchner Klinikum rechts der Isar wurde ein Weg gefunden, wie das Rezidiv-Risiko bei Darmkrebs-Patienten besser eingeschätzt werden könnte. Chemokine spielen dabei eine entscheidende Rolle.

 

Bei Untersuchungen an Dickdarmtumoren hatten die Forscher auffällige Veränderungen von sogenannten Interferon-regulierten CXC-Chemokinen gefunden. Die Konzentration dieser Botenstoffe stand in engem Zusammenhang mit der Überlebenschance von Patienten, denen der Krebs operativ entfernt worden war: Eine hohe Konzentration der Chemokine im Tumor zeigte hochspezifisch einen günstigen Krankheitsverlauf an. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe zeigen, dass bei Patienten, die eine hohe Konzentration der Chemokine im Tumor aufweisen, auch tatsächlich deutlich mehr Immunzellen in den Darmtumoren nachweisbar waren. Die Gruppe der Patienten, die eine hohe Zahl spezialisierter T-Lymphozyten im Tumor aufwies, hatte deutlich bessere Heilungschancen und einen günstigen Krankheitsverlauf. „Die erhöhte Chemokin-Produktion scheint einen Einstrom von Immunzellen in das entartete Gewebe zu bewirken, die die Tumorzellen direkt abtöten. Außerdem könnte die durch die Chemokine verursachte geringe Versorgung des Tumors mit Blutgefäßen die Krebszellen aushungern“, erläutert der Projektleiter PD Dr. Klaus-Peter Janssen, Leiter der Klinischen Forschergruppe „Molekulare Tumorbiologie“ an der Chirurgischen Klinik des Klinikums rechts der Isar der TU München. Die Arbeitsgruppe überprüfte ihre Ergebnisse in einem Mausmodell und konnte bestätigen, dass das „Anschalten“ der Chemokine die Tumorentstehung tatsächlich unterdrückte. Langfristig, erhoffen sich die Forscher, könnte sich aus diesen Erkenntnissen eine vielversprechende Therapieoption bei Dickdarmkrebs eröffnen. 

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