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Onkologie 8. Februar 2012

Ambitionierte Brustkrebsforschung

In der größten Studie des Landes wird untersucht, ob Denosumab bei bestimmten Brustkrebsformen einen Antitumor-Effekt hat.

Frauen mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs erhalten seit Jahren, nach Entfernung des Tumors und einer Bestrahlung, eine adjuvante Antihormontherapie. Dadurch steigt allerdings auch das Osteoporoserisiko.

 

Denosumab behindert die Reifung der Osteoklasten, die den Knochen abbauen, was sich positiv auf die Knochendichte auswirkt. Bisher erhielten rund 15.000 Patientinnen weltweit Denosumab zu ihrer antihormonellen Therapie. Dies bietet – im Gegensatz zu den bisher eingesetzten Bisphosphonaten – vor allem für die Patientinnen Vorteile. „Die Substanz muss lediglich einmal alle sechs Monate subkutan verabreicht werden“, erläutert ABCSG1-Präsident Prof. Dr. Michael Gnant. „Auch das Nebenwirkungsprofil ist weitaus besser als bei Bisphosphonaten.“

Seit Juni 2011 wird eine weitere spannende Frage untersucht: Es zeigte sich in früheren Untersuchungen, dass Denosumab offenbar auch eine positive Wirkung auf das Gesamtüberleben der Patientinnen hat, mithin auch Antitumor-Effekte. Dieser Frage wird nun in der ABCSG-Studie 18 ebenfalls nachgegangen.

„Wir wollen insgesamt 3.400 Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs zur Teilnahme an der Studie einladen, um mehr über die Antitumoreffekte von Denosumab herauszufinden und unseren Patientinnen in Zukunft möglicherweise eine Therapiemöglichkeit anbieten zu können, die ihr Leben insgesamt verlängert“, sagt Gnant.

In der ABCSG-Studie 18 werden die Patientinnen in zwei Gruppen unterteilt: Eine erhält zusätzlich zur antihormonellen Therapie den Antikörper Denosumab, die andere ein Placebo. Vor einigen Wochen konnte mit fünf Brustkrebszentren in Schweden, darunter das Karolinska-Institut in Stockholm, ein potenter Studienpartner für ABCSG-18 gewonnen werden. Und kürzlich wurde an der Universitätsklinik für Innere Medizin III in Salzburg die 2.500. Patientin in die Studie eingebracht. Brustkrebspatientinnen in ganz Österreich haben die Möglichkeit, an dieser Studie teilzunehmen. Insgesamt 50 Zentren führen die Studie durch. Die Randomisierung läuft gemäß aktuellen Prognosen voraussichtlich noch bis März 2013. Erste Ergebnisse werden Ende 2014 erwartet. 

 

1 Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group; www.abcsg.at

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