Pro Jahr werden in Österreich rund 20.000 Männer und 18.000 Frauen mit einer Krebsdiagnose konfrontiert, bei jährlich rund 9.000 Frauen und 10.000 Männern führt eine Krebserkrankung zum Tod. Damit sind Krebserkrankungen für etwa ein Viertel der Todesfälle verantwortlich. Wie die Daten von Statistik Austria zeigen, gehen aber sowohl das Risiko einer Neuerkrankung als auch das Sterblichkeitsrisiko tendenziell zurück, nicht zuletzt als eine Folge von Maßnahmen zur Früherkennung und von verbesserten Behandlungsmethoden (siehe Tabelle). Dennoch verkürzt eine Krebserkrankung die Lebenserwartung eines Menschen in Österreich noch immer deutlich. Die Lebenserwartung lag für einen österreichischen Mann im Jahr 2010 bei 77,7 Jahren, für eine Frau bei 83,2 Jahren. Für Männer mit einem bösartigen Tumor betrug sie 2010 dagegen im Durchschnitt um 2,8 Jahre weniger, für Frauen mit einer Krebsdiagnose sogar um 7,5 Jahre weniger. Berücksichtigt man die Veränderung der Altersstruktur der österreichischen Bevölkerung, so sanken in den letzten zehn Jahren sowohl die Neuerkrankungen als auch die Krebssterblichkeit (altersstandardisierte Raten). Der Rückgang der Neuerkrankungsrate betrug bei Männern 13 Prozent und bei Frauen 6 Prozent. Auch die Krebssterblichkeit war in den letzten zehn Jahren rückläufig, bei den Männern etwas stärker (-15 Prozent) als bei den Frauen (-12 Prozent).  Häufigste Krebslokalisationen: Brustkrebs bei Frauen, Prostata bei Männern"/>
zur Navigation zum Inhalt
 
Onkologie 2. Februar 2012

Österreichische Krebsstatistik, mit Download

Pro Jahr werden in Österreich rund 20.000 Männer und 18.000 Frauen mit einer Krebsdiagnose konfrontiert, bei jährlich rund 9.000 Frauen und 10.000 Männern führt eine Krebserkrankung zum Tod. Damit sind Krebserkrankungen für etwa ein Viertel der Todesfälle verantwortlich.

Wie die Daten von Statistik Austria zeigen, gehen aber sowohl das Risiko einer Neuerkrankung als auch das Sterblichkeitsrisiko tendenziell zurück, nicht zuletzt als eine Folge von Maßnahmen zur Früherkennung und von verbesserten Behandlungsmethoden (siehe Tabelle).

Tabelle

Dennoch verkürzt eine Krebserkrankung die Lebenserwartung eines Menschen in Österreich noch immer deutlich. Die Lebenserwartung lag für einen österreichischen Mann im Jahr 2010 bei 77,7 Jahren, für eine Frau bei 83,2 Jahren. Für Männer mit einem bösartigen Tumor betrug sie 2010 dagegen im Durchschnitt um 2,8 Jahre weniger, für Frauen mit einer Krebsdiagnose sogar um 7,5 Jahre weniger.

Berücksichtigt man die Veränderung der Altersstruktur der österreichischen Bevölkerung, so sanken in den letzten zehn Jahren sowohl die Neuerkrankungen als auch die Krebssterblichkeit (altersstandardisierte Raten). Der Rückgang der Neuerkrankungsrate betrug bei Männern 13 Prozent und bei Frauen 6 Prozent. Auch die Krebssterblichkeit war in den letzten zehn Jahren rückläufig, bei den Männern etwas stärker (-15 Prozent) als bei den Frauen (-12 Prozent). 

Häufigste Krebslokalisationen: Brustkrebs bei Frauen, Prostata bei Männern

Die häufigsten Krebslokalisationen bei Männern sind die Prostata, die Lunge und der Darm. Bei den Frauen sind es die Brust, der Darm und die Lunge.

Brustkrebs ist mit einem Anteil von gut 28 Prozent (bzw. 4.955 Fällen absolut) bei den Frauen seit langem die häufigste Krebserkrankung. Allerdings nahm die Neuerkrankungsrate im Vergleich zu 1999 um 5 Prozent ab. Das mittlere Erkrankungsalter lag im Jahr 2009 bei 56,2 Jahren.

Im Vergleich dazu betrug das durchschnittliche Alter aller im gleichen Jahr an Brustkrebs verstorbenen Frauen 72,5 Jahre. Da Brustkrebs durch das vermehrte Screening in einem immer früheren Stadium erkannt wird, ging die Sterblichkeit an Brustkrebs bei Frauen in den letzten zehn Jahren um 15 Prozent zurück. Dennoch war Brustkrebs auch 2009 die mit Abstand häufigste Krebstodesursache bei Frauen. 18 Prozent aller weiblichen Krebssterbefälle waren 2009 auf Brustkrebs zurückzuführen.

Prostatakrebs machte im Jahr 2009 bei den Männern mit knapp 4.900 Fällen absolut ein Viertel aller bösartigen Neubildungen aus. Altersstandardisiert gingen die Neuerkrankungen in den letzten zehn Jahren um 15 Prozent zurück. Das durchschnittliche Alter bei der Diagnose lag 2009 bei 65,5 Jahren. Rund jeder zehnte Krebstodesfall bei den Männern war auf Prostatakrebs zurückzuführen. Die Rate der Sterblichkeit an Prostatakrebs ging in den letzten zehn Jahren um rund ein Drittel zurück. Die im Jahr 2009 an dieser Diagnose verstorbenen Männer waren im Mittel 80,1 Jahre alt.

Obwohl die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate der bösartigen Lungentumore bei den Männern seit 1999 um 16 Prozent zurückgegangen ist, war Lungenkrebs mit rund 2.400 Sterbefällen die häufigste Krebstodesursache bei Männern im Jahr 2009. Männer, die 2009 mit einem neudiagnostizierten Lungentumor konfrontiert wurden, waren im Mittel 66,8 Jahre alt. 69,2 Jahre war das Durchschnittsalter jener Männer, die im selben Jahr an diesem Tumor verstarben.

Für Frauen stieg die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate seit 1999 um 26 Prozent an. Die Sterblichkeit an Lungenkrebs erhöhte sich bei den Frauen im selben Zeitraum um ein Sechstel. Im Jahr 2009 starben knapp 1.200 Frauen an einem bösartigen Lungentumor. Das mittlere Erkrankungsalter der Frauen lag bei 67,9 Jahren, das mittlere Sterbealter bei 69,2 Jahren.

Mit rund 4.600 Fällen verursachte der Darmkrebs knapp 13 Prozent aller neudiagnostizierten Tumore im Jahr 2009. Das durchschnittliche Erkrankungsalter lag im selben Jahr für Männer bei 68,4 Jahren, für Frauen bei 70,4 Jahren. Die altersstandardisierten Erkrankungsraten sind seit 1999 insgesamt um 16 Prozent zurückgegangen. Mit einem durchschnittlichen Sterbealter von 72,7 Jahren (Männer) sowie 77,2 Jahren (Frauen), verursachte Darmkrebs bei beiden Geschlechtern rund 11 Prozent der Krebssterbefälle. Die Sterblichkeit sank im Vergleichszeitraum für Männer um fast 30 Prozent und für Frauen um gut ein Drittel.

Methodische Informationen, Definitionen

Ergebnisse zu den Krebsneuerkrankungen sowie zur Krebsprävalenz, d. h. der Zahl der derzeit lebenden Krebspatienten, liefert das Österreichische Krebsregister, das seit 1969 von Statistik Austria geführt wird. Basis dafür sind die gesetzlich verpflichtenden Krebsmeldungen, welche neben Alter, Geschlecht und Wohnort auch wesentliche Informationen zu den Krebslokalisationen enthalten.

 

Bei dem durchschnittlichen Erkrankungs- bzw. Sterbealter handelt es sich um den Mittelwert der Verteilung der tatsächlichen Erkrankungen bzw. Sterbefälle eines Jahres. Aus deren Differenz lässt sich die tatsächliche Überlebensdauer nicht ablesen, da die im Jahr 2009 neu diagnostizierten Tumorpatientinnen und Patienten durch geänderte medizinisch-wissenschaftliche Erkenntnisse u. U. länger mit der Erkrankung überleben als jene Personen, die vor Jahren daran erkrankten und 2009 verstarben.

Ergebnisse zu den Krebssterbefällen stammen aus der Todesursachenstatistik, in der jeder Todesfall der österreichischen Bevölkerung dokumentiert ist. Erhoben werden Alter, Geschlecht, Wohnort und Todesort. Die Todesursachen werden durch einen Totenbeschauarzt angegeben und von Statistik Austria nach WHO Richtlinien klassifiziert.

Für einen regionalen oder zeitlichen Vergleich der Krebsneuerkrankungen (Inzidenz) und der Krebssterbefälle eignen sich besonders die altersstandardisierten Raten. Diese Maßzahlen berücksichtigen, dass sowohl das Erkrankungs- als auch das Mortalitätsrisiko mit dem Lebensalter stark ansteigen und daher in einer Bevölkerung mit vielen älteren Menschen von vorne herein mehr Neuerkrankungs- und Todesfälle auftreten.

Download

Zum Downloaden bitte klicken! : Krebsstatistik der Statistik Austria.pdf (66 KB)


Statistik Austria, springermedizin.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben