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Onkologie 1. Dezember 2011

HER2/ECD Serumwerte bei Stadium I und II Brustkrebs – brauchen wir niedrigere Grenzwerte?

GRUNDLAGEN: Die Überexpression von HER2 ist ein gut bekannter Risikofaktor einer schlechten Prognose beim metastasierten und frühen Brustkrebs. Um eine HER2-Positivität nachzuweisen, kann Tumorgewebe immunohistochemisch gefärbt werden oder durch Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung nachgewiesen werden. Es ist auch möglich, die extrazelluläre Domäne des HER2 (HER2/ECD)-Rezeptors durch eine Serumuntersuchung zu bestätigen. HER2/ECD korreliert gut mit einer schlechteren Prognose beim metastasierten und lokal fortgeschrittenen (Stadium III) Krebs, wenn die Serumkonzentration höher als 15 ng/ml ist, allerdings gibt es keine übereinstimmenden Daten für Patientinnen mit Brustkrebs in frühen Stadien. METHODIK UND ERGEBNISSE: 41 Personen mit Brustkrebs Stadium I und II und 52 gesunde Personen als Kontrollgruppe haben an der Studie teilgenommen. Vor der Operation wurde HER2/ECD ermittelt und mit HER2/neu-Überexpression, Ki67, Hormonrezeptorstatus und mit dem Stadium der Krankheit verglichen. Die durchschnittliche Serumkonzentration des HER2/ECD war bei den Patienten 8,62 ng/ml und 5,78 ng/ml bei der Kontrollgruppe, die Differenz war von statistischer Bedeutung (p = 0,000061). Der beste diagnostische Grenzwert war 7,7 ng/ml mit einer Sensitivität von 76,92 % und einer Spezifität von 72,92 %. Der positive Vorhersagewert des Tests war 69,77 %, der negative Vorhersagewert war 79,55 %. 74,71 % der Patienten waren richtig eingestuft. Serum HER2/ECD korrelierte gut mit dem Hormonrezeptorstatus, hatte aber eine negative Korrelation mit der histologischen Überexpression. SCHLUSSFOLGERUNG: Eine höhere Serumkonzentration als 7,7 ng/ml von HER2/ECD hat einen möglichen diagnostischen Wert im Stadium I und II bei Brustkrebs. Bei der Ermittlung von HER2-Positivität kann es nicht als ausschlaggebender Faktor verwendet werden. Die prognostische Bedeutung von HER2/ECD beim frühen Brustkrebs, die Korrelation mit dem Hormonrezeptorstatus und der Zusammenhang zwischen dem Hormonrezeptor und der HER2-Rezeptorsignalgebung müssen weiter analysiert werden, da diese therapeutische Implikationen haben könnte.

Sasha Badzek, Vesna Lesko Kelovic, Stjepko Plestina, Ines Humar, Zoran Veir, Zeljko Mihaljevic, Wiener klinische Wochenschrift 23/24/2011

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