zur Navigation zum Inhalt
 
Onkologie 27. Juni 2011

Weniger Rezidive bei Mammakarzinom

Früher Brustkrebs mit hohem Risiko: Nach brusterhaltender Operation, Chemo- oder Hormontherapie sollten diese Patientinnen zusätzlich bestrahlt werden.

Hochrisiko-Patientinnen mit invasivem frühem Brustkrebs profitieren von einer adjuvanten Radiotherapie mit zusätzlicher Lymphknotenbestrahlung. Sie entwickeln nicht nur lokal weniger Rezidive, auch Fernmetastasen sind seltener.

Die zusätzliche regionale Lymphknotenbestrahlung verringert die Anzahl an Rezidiven bei Frauen mit frühem invasivem Brustkrebs. Dies ergab die Interimsanalyse der NCI-CTG MA.20-Studie, die Timothy J. Whelan, Leiter der onkologischen Strahlentherapie an der McMaster Universitätsklinik in Hamilton, ON/Canada, auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago, IL/USA, präsentierte.

In dieser randomisierten Phase-III-Studie hatten sich Frauen mit Lymphknoten (LK)-positivem und Hochrisiko-Patientinnen mit LK-negativem Brustkrebs nach brusterhaltender Operation sowie Chemo- bzw. Hormontherapie einer adjuvanten Strahlentherapie unterzogen. Randomisiert war entweder nur die Brust mit 50 Gy in 25 Fraktionen +/- Boost-bestrahlt worden (WBI, Whole Breast Irradiation) oder in die Bestrahlung waren darüber hinaus die regionalen Lymphknoten, d.h. die der Brustwand, die supraclaviculären und die hohen axillären Lymphknoten, und zwar mit 45 Gy, in 25 Fraktionen einbezogen worden (RIN, Regional Node Irradiation).

In beiden Gruppen waren 916 Frauen behandelt worden. Nach einem medianen Follow-up von 62 Monaten ergaben sich folgende Ergebnisse:

Patienten, die eine zusätzliche Lymphknoten-Bestrahlung erhalten hatten, zeigten ein besseres krankheitsfreies Überleben:

  • Sie entwickelten signifikant weniger lokale Rezidive (Hazard Ratio (HR) = 0,59, p=0,02)
  • Auch die Fernmetastasierung war mit 7,6 vs. 13% deutlich geringer (HR=0,64, p=0,002)

Obwohl der primäre Endpunkt Gesamtüberleben mit 92,3 gegenüber 90,7 Prozent nicht signifikant war und die zusätzliche Lymphknotenbestrahlung mit einer leicht erhöhten Rate an Pneumonitiden oder Lymphödemen assoziiert war, ist Whelan von der Praxisrelevanz der Studienergebnisse überzeugt. Seiner Meinung nach sollte jeder betroffenen Patientin diese Option zur Wahl gestellt werden.

springermedizin.de/FH

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben