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Onkologie 1. Mai 2011

Bendamustin-Rituximab Kombinationstherapie bei lymphoproliferativen Erkrankungen: Therapieergebnisse in der Routineanwendung

HINTERGRUND: Ziel war es, den therapeutischen Nutzen und das Nebenwirkungsprofil von Bendamustin/Rituximab im klinischen Alltag im Spektrum der unterschiedlichen Non-Hodgkin Lymphome zu analysieren. PATIENTEN UND METHODEN: Therapieergebnisse und Nebenwirkungsprofil bei 71 Patienten aus 5 verschiedenen Zentren wurden retrospektiv erhoben, wobei in konsekutiver Weise alle Patienten, welche eine Chemoimmuntherapie mit Bendamustin und Rituximab erhielten, dokumentiert wurden. ERGEBNISSE: Als wesentliche Therapie-assoziierte Toxizität sind Neutropenie und Thrombopenie hervorzuheben (Grad 3 oder 4, 33 % bzw. 18 %). Grad 3 oder 4 Infektionen wurden gehäuft unter Therapie bei CLL und aggressiven Lymphomen, keine jedoch bei indolenten Lymphomen beobachtet. Je nach Lymphom-Entität zeigten sich unterschiedliche Response- und Überlebensergebnisse: bei der CLL (n = 26) wurde ein Ansprechen (overall response rate, ORR) von 65 % erzielt; bei den Patienten ohne Vorbehandlung (n = 7) betrug die ORR 86 %, bei jenen mit Vorbehandlung 58 %. Wie zu erwarten, waren Patienten mit 17p Deletion durch ungünstige Prognose (PFS 2,7 Monate, OS 9,3 Monate) gekennzeichnet. Die Therapieergebnisse für indolente Lymphome (n = 25) waren: ORR 96 %, der Median des progressionsfreien Überlebens (PFS) und Gesamtüberlebens (OS) nicht erreicht. Bei den 20 Patienten mit aggressiven Lymphomen inklusive Mantelzell-Lymphom betrug die ORR 50 %, das mediane PFS 10,1 Monate und OS 22,5 Monate. Hervorzuheben ist unsere Beobachtung, dass die Hochrisikopatienten gemäß International Prognostic Index (IPI, n = 10) ein deutlich geringeres Ansprechen (ORR 20 %) als jene mit nur ≤3 Risikofaktoren gemäß IPI (n = 10, ORR 70 %; p = 0,025) auf-weisen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Bendamustin/Rituximab stellt für indolente Lymphomerkrankungen eine gute Therapieoption dar; selbst bei aggressiven Lymphomen stellt eine Bendamustin/Rituximab Therapie in ausgewählten Fällen (günstiger IPI), z. B. wenn ein Anthrazyklin-hältiges Schema nicht möglich ist, eine Therapiealternative dar.

Christian Waldthaler, Reinhard Stauder, Michael Schnallinger, Stephan Schreieck, Judith Hager, Horst Oexle, Günther Zangerl, Irmgard Verdorfer, August Zabernigg, Günther Gastl, Michael Fiegl, Wiener klinische Wochenschrift 9/10/2011

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