zur Navigation zum Inhalt
 
Onkologie 10. Mai 2011

Protein kann Tumoren fördern und unterdrücken

Das Protein Stat3 ist als tumorfördernd bekannt. Nun hat ein Forschungsteam der MedUni Wien um Prof. Dr. Wolfgang Mikulits im Leberkrebs entdeckt, dass Stat3 aber auch für die Unterdrückung des Tumors zuständig ist.

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist eine der weltweit häufigsten und aggressivsten Krebsformen. Es ist vor allem im asiatischen und afrikanischen Raum weit verbreitet, tritt aber aufgrund metabolischer Erkrankungen oder Infektionen mit Hepatitis C auch in der westlichen Hemisphäre zunehmend in Erscheinung. Bei der Tumorentstehung von HCC wird meistens das Protein Stat3 aktiviert. Es wird daher seit langem als onkogen betrachtet. Zu ihrer Überraschung beobachteten Forscher der MedUni Wien nun jedoch eine Tumor-unterdrückende Wirkung von Stat3 in HCC-Zellen. Die Eigenschaften von Stat3 sind vom Protein p14ARF abhängig. Gemeinsam mit p14ARF nimmt Stat3 seine krebsfördernde Gestalt an, ohne p14ARF unterdrückt es die Tumorbildung. Fehlen beide, kommt es ebenfalls zu einer raschen Tumorentstehung. Dafür, ob sich Stat3 positiv oder negativ auf den Leberkrebs auswirkt, ist also das Vorhandensein von p14ARF entscheidend.

Schneller D et al.: Hepatology 2011; doi: 10.1002/hep.24329

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben