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Onkologie 1. Dezember 2010

Tabakrauchlast und Nicht-Lungen-Krebssterblichkeit von Männern in Österreich und Deutschland

Diese Studie versucht, den Anteil der Krebssterblichkeit in Österreich (1967–2006) und Deutschland (1973–2006) abzuschätzen, der nicht die Lunge betraf und mit Tabakrauch assoziiert war. Die dem aktiven und passiven Rauchen attribuierte Fraktion (smoking attributable fraction – SAF) wurden jährlich aus den nationalen Sterblichkeitsraten an Lungenkrebs für Männer aller Altersklassen berechnet. In beiden Ländern fand sich eine fast perfekt lineare Korrelation zwischen der Mortalität an Lungenkrebs und an anderen Krebsarten: in Österreich mit einem R2 von 0,95 und einem Anstieg von 1,86 (95 % Konfidenzintervall 1,71–1,99) und in Deutschland mit einem R2 von 0,94 und einem Anstieg von 1,77 (95 % Konfidenzintervall 1,60–1,93). Nach Korrektur für Autokorrelation ergab sich 2006 in Österreich eine SAF von 61 % (Sensitivitätsbereich 45–70 %) und in Deutschland eine SAF von 61 % (Sensitivitätsbereich 41–75 %). Die Ähnlichkeit der Ergebnisse entspricht der bis vor kurzem ähnlich schlechten Tabakkontrolle in beiden Ländern. Da 61 % der Krebs-Sterblichkeit mit der Tabakrauchlast assoziiert sind, sollten sich Krebspräventionsprogramme in Österreich und Deutschland auf die Tabakkontrolle konzentrieren.

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