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Onkologie 2. November 2010

Non-Hodgkin-Lymphom ohne Bestrahlung

Die Überlebenszeit von Patienten, die mit Chemo- und Strahlentherapie behandelt wurden, und denen, die sich nur einer Chemotherapie unterzogen, unterschied sich in einer aktuellen Studie nicht.

Deutsche Wissenschaftler untersuchten in der G-PCNSL-SG-1-Studie, an der sich insgesamt 75 Krebszentren beteiligten, ob es möglich ist, bei der Therapie des Non-Hodgkin-Lymphoms des Gehirns auf die Bestrahlung zu verzichten. In dieser randomisierten Studie mit 551 Betroffenen erhielt eine Gruppe von Patienten eine alleinige Chemotherapie mit hochdosiertem Methotrexat. Eine zweite Gruppe unterzog sich zusätzlich zur Chemotherapie einer Ganzhirnbestrahlung. Anschließend wurden die Patienten in regelmäßigen Abständen untersucht. Nach den Ergebnissen der Studie hat die Bestrahlung zusätzlich zur Chemotherapie keinen Einfluss auf die Überlebenszeit der Betroffenen. Die Zeit bis zum Rückfall war zwar länger, aber um den Preis des erhöhten Risikos unerwünschter Therapiefolgen. Deshalb sprechen sich die Forscher dafür aus, die Schädelbestrahlung im Rahmen der Therapie des Non-Hodgkin-Lymphons neu zu bewerten, denn die Bestrahlung des Gehirns kann zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen führen, wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie bei hohen Dosierungen bis hin zur Demenz.

Quelle: Thiel, E. et al.: The Lancet Oncology 2010; doi:10.1016/S1470-2045(10)70229-1

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