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Onkologie 22. September 2010

Neue Therapie in Sicht

Moleküle, die erst vor kurzem entdeckt worden sind, können die Entstehung von Lymphknotenkrebs beeinflussen. Diese Erkenntnis eröffnet neue Behandlungsoptionen.

Für Lymphome ist die krankhafte Verknüpfung von Chromosomen typisch, die sonst nicht miteinander verbundene Gene zu einem Hybrid-Eiweißmolekül vereinigt. Diese Moleküle führen in den Tumoren zur Aktivierung des Steuerungselements ALK, das normalerweise Wachstumssignale vermittelt. Durch die Überaktivierung von ALK kommt es zur Vermehrung und Entartung von Lymphozyten und so zur Krebsentstehung. Bei der Hälfte der Lymphom-Patienten fehlen die ALK-Hybridmoleküle jedoch, was bisher nicht ausreichend erklärt werden konnte. Die Forschergruppe unter der Leitung von Dr. Olaf Merkel, Universitätsklinik Salzburg, und Prof. Dr. Lukas Kenner, MedUni Wien, konnte jetzt kleine, erst vor kurzem entdeckte Moleküle der Erbsubstanz (microRNAs) dafür verantwortlich machen. MicroRNAs steuern die Produktion vieler Eiweißmoleküle in einer Zelle und beeinflussen das Wachstumsverhalten. Das Team konnte zeigen, dass bei Tumoren mit ALK die krebsfördernde microRNA 17-92 in einem wesentlich höheren Maße vorhanden ist als bei Patienten ohne das ALK-Hybridmolekül, während die microRNA-155 bei ALK negativen Patienten dafür in mehr als zehnfach höherer Menge vorhanden ist. Eine Überaktivität von microRNA-155 führt auch in Mäusen zur Entstehung von Tumoren. Die Aktivierung von microRNA-101 führt hingegen zu einem verminderten Wachstum von Krebszellen.

Quelle: Merkel, O. et al: Proceedings of the National Academy of Sciences 2010; doi: 10.1073/pnas.1009719107

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